Doberan

Stadt und Seebadeort im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Wendischer Kreis

Doberan 4954 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Doberan, Stadtansicht
Doberan, Stadtansicht

Doberan, seit 1921 Bad Doberan

Doberan ist Stadt und Seebadeort im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Wendischer Kreis und zeitweise Sommerresidenz des Großherzogs. Die Stadt liegt 6 km von der Ostsee entfernt, ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Wismar-Rostock und Doberan-Heiligendamm. Doberan enthält stattliche Gebäude, zahlreiche Villen und schöne Spazierwege. Unter den Gebäuden sind bemerkenswert: das großherzogliche Schloss am Kamp, die 1232 gegründete, 1350 umgebaute, jetzt restaurierte gotische, evangelische Kirche mit Reliquien und Grabmälern hier beigesetzter Fürsten im Englischen Garten und das Prinzenpalais am Alexandrienenplatz.

Doberan hat ein Gymnasium, Amtsgericht, 2 Forstinspektionen, eine starke Stahlquelle (8°C) mit Badeanstalt in schönen Anlagen. Im Jahr 1900 leben hier 4954 fast nur evangelische Einwohner. Alljährlich seit 1822 finden in Doberan Pferderennen statt. Wegen ihrer herrlichen Buchenwaldungen wird die Stadt als Luftkurort viel besucht. Von Doberan führt eine Dampfstraßenbahn durch Laubwald nach der 6 km entfernten Seebadeanstalt, die, etwa 50 Schritt vom Meer, auf dem sogenannten Heiligen Damm liegt, einer aus glatten, locker liegenden und eigentümlich gefärbten und gebildeten Kieseln bestehenden, 3–5 m hohen, gegen 30 m breiten und an 4 km langen natürlichen Erhöhung an der Ostsee, die diese der Sage nach in einer Nacht ausgeworfen haben soll, und die nun als Schutzwehr gegen die Meeresfluten dient.

Doberan wurde 1192 als Cistercienserkloster an der heutigen Stätte erbaut, nachdem das bei dem nahen Althof von Pribislaw II. 1170 gegründete Kloster (an dessen Stelle eine restaurierte Kapelle steht) 1179 von den Slawen zerstört worden war, und mit Mönchen aus dem braunschweigischen Kloster Amelunxborn besetzt. 1552 wurde Doberan säkularisiert und später fürstliches Jagdschloss. Hier wurde am 15. September 1675 ein Bündnis zwischen Dänemark und Brandenburg gegen Schweden geschlossen. 1793 wurde das Seebad, das älteste in Deutschland, angelegt.