S.M.S. Hindenburg, Großer Kreuzer

S.M.S. Hindenburg (1915)

S.M.S. Hindenburg (1915), Großer Kreuzer der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Hindenburg, Großer Kreuzer
S.M.S. Hindenburg, Großer Kreuzer

S.M.S. Hindenburg (1915) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Hindenburg
Namensherkunft:Paul von Beneckendorff und von Hindenburg , geboren am 02.10.1847 in  Posen  ( Provinz Posen ), gestorben am 02.08.1934 in Neudeck ( Provinz Ostpreußen ).
Stapellauf:01.08.1915 in Wilhelmshaven (K.W.)
Schiffsklasse:Derfflinger-Klasse
Schwesterschiffe:S.M.S. Derfflinger ,  S.M.S. Lützow ,  S.M.S. Hindenburg
Besatzung:ca. 1125 Mann
Maße:Länge: 210,4 m Breite: 29 m Tiefgang: 9,5 m
Wasserverdrängung:26600 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:26,5 kn
Dampfstrecke:5300 Seemeilen
Kohlenvorrat:3700 Tonnen
Schiffsmaschine:63 000 PS, Turbinenantrieb mit teilweiser Ölfeuerung
Bewaffnung:8 x 30,5 cm Schnellfeuerkanonen, 12 x 15 cm Schnellfeuerkanonen, 4 x 8,8 cm Schnellfeuerkanonen, 4 Torpedorohre, 4-8 x Flak 8,8 cm
Ende:21.06.1919 in Scapa Flow selbst versenkt, 1930 gehoben, 1931 abgewrackt

S.M.S. Hindenburg (1915) – Geschichte

Die sieben in Dienst gestellten Schlachtkreuzer (S.M.S. von der Tann, S.M.S. Moltke, S.M.S. GoebenS.M.S. SeydlitzS.M.S. DerfflingerS.M.S. Lützow und S.M.S. Hindenburg) der Kaiserlichen Marine, waren die modernsten und schlagkräftigsten deutschen Kriegsschiffe ihrer Zeit. Während der Seeschlacht auf der Doggerbank (24. Januar 1915) und der Seeschlacht am Skagerrak – The Battle of Jutland (31. Mai – 1. Juni 1916) erlitten sie die höchsten Verluste an Menschen und Material.

Stapellauf des neuen Kreuzers "Hindenburg" in Wilhelmshaven
Stapellauf des neuen Kreuzers „Hindenburg“ in Wilhelmshaven

Trotz schwerster Treffer blieben sie kampf- und schwimmfähig (nur S.M.S. Lützow musste aufgegeben werden), da sie, anders als britische Schiffe, nach dem Prinzip der größtmöglichen Sinksicherheit konstruiert und gebaut wurden. Insgesamt zeugen diese Schiffe von einer bemerkenswerten Leistung der Ingenieure, Werftarbeiter und Mannschaften. Sie stellten Spitzenleistungen der Schiffbaukunst dar.

Stapellauf des neuen Kreuzers "Hindenburg" auf der Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven
Stapellauf des neuen Kreuzers „Hindenburg“ auf der Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven

Während der Seeschlacht auf der Doggerbank (24. Januar 1915) und der Seeschlacht am Skagerrak – The Battle of Jutland (31. Mai – 1. Juni 1916) zeigte sich die Bedeutung der Schlachtkreuzer. Nach dem Verlust von S.M.S. Lützow wurde die Fertigstellung des Schiffes forciert.

S.M.S. Hindenburg - Panzerkreuzer
S.M.S. Hindenburg – Panzerkreuzer

S.M.S. Hindenburg war das letzte in Dienst gestellte Kriegsschiff der Kaiserlichen Marine. Ab 1917 Flottendienst in der Aufklärungsgruppe.

S.M.S. Seydlitz und Hindenburg fahren Zick-Zack Kurs wegen feindlicher U-Boote
S.M.S. Seydlitz und Hindenburg fahren Zick-Zack Kurs wegen feindlicher U-Boote

Am 17.11.1917 versuchen starke britische Seestreitkräfte (fünf Großkampfschiffe sowie eine größere Zahl Kleiner Kreuzer und Zerstörer), in die Deutsche Bucht einzubrechen. Es kommt zu Kampfhandlungen mit den deutschen Vorpostenstreitkräften. Als jedoch S.M.S. Hindenburg und S.M.S. Moltke auf dem Kampfplatz erscheinen, drehen die Briten sofort ab.

S.M.S. Hindenburg - Selbstversenkung in Scapa Flow
S.M.S. Hindenburg – Selbstversenkung in Scapa Flow

Am 19.11.1918 bricht die Kaiserlichen Marine, unter ihnen S.M.S. Hindenburg, in einer fünfzig Kilometer langen Kolonne von Wilhelmshaven zu ihrer letzten Fahrt auf. Über 70 Linienschiffe, Kreuzer und Torpedoboote erfüllen eine Bedingung des Waffenstillstandsvertrags zwischen den Siegermächten und dem Deutschen Reich. Darin wird die Auslieferung aller deutschen U-Boote und die Internierung der modernsten Überwassereinheiten verlangt. Die Schiffe sind vollständig abgerüstet worden.

S.M.S. Hindenburg im sinkenden Zustand
S.M.S. Hindenburg im sinkenden Zustand

Am 21. Juni 1919 versenkt sich die Kaiserlichen Marine in Scapa Flow, 10 Linienschiffe, 5 Große Kreuzer, 5 Kleine Kreuzer sowie 45 Torpedoboote, selbst. Unter den selbst versenkten Schiffen befand sich auch S.M.S. Hindenburg. Erst 1930 wurde das Wrack gehoben und 1931 abgewrackt.

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

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