S.M.S. Moltke, Linienschiffkreuzer

S.M.S. Moltke (1910)

S.M.S. Moltke (1910), Großer Kreuzer der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Moltke, Großer Kreuzer
S.M.S. Moltke, Großer Kreuzer

S.M.S. Moltke (1910) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Moltke
Namensherkunft:Graf Helmut von Moltke , preußischer Generalfeldmarschall, geboren am 26. Oktober 1800 in Parchim ( Pommern ), Chef der deutschen Armeen während des  Deutsch-Französischen Krieges , gestorben am 24 April 1891 in  Berlin .
Stapellauf:07.04.1910 in  Hamburg  ( Blohm & Voss )
Schiffsklasse:Moltke-Klasse
Schwesterschiffe:S.M.S. Moltke, S.M.S. Goeben
Besatzung:ca. 1013 Mann
Maße:Länge: 186 m Breite: 29,5 m Tiefgang: 8,2 m
Wasserverdrängung:23 000 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:28,4 kn
Dampfstrecke:4120 Seemeilen
Kohlenvorrat:3100 Tonnen
Schiffsmaschine:86.000 PS, 2 Satz Parsonsturbinen in 3 Maschinenräumen, 24 Marine-Kessel
Bewaffnung:10 x 28 cm Schnellfeuerkanonen, 12 x 15 cm Schnellfeuerkanonen, 12 x 8,8 cm Schnellfeuerkanonen, Torpedos, Flak
Ende:21.06.1919 in Scapa Flow selbst versenkt, 1927 gehoben, 1929 abgewrackt.

S.M.S. Moltke (1910) – Bildergalerie

S.M.S. Moltke (1910) – Indiensthaltung

30.09.1911 – 21.06.1919

S.M.S. Moltke (1910) – Kommandanten

  • Kapitän zur See Ritter von Mann Edler von Tiechler (09/1911 – 01/1913)
  • Fregattenkapitän/ Kapitän zur See Magnus von Levetzow (09/1911 – 01/1915)
  • Kapitän zur See von Karfp (01/1916 – 09/1916)
  • Kapitän zur See Gygas ((09/1916 – 12/1918)
  • Korvettenkapitän Hans Humann und Korvettenkapitän Schirmacher (i.V.) (05/1918 – 09/1918
  • Kapitänleutnant Crelinger (Internierungskommandant)

S.M.S. Moltke (1910) – Geschichte

Die sieben in Dienst gestellten Schlachtkreuzer (S.M.S. von der Tann, S.M.S. Moltke, S.M.S. Goeben, S.M.S. Seydlitz, S.M.S. Derfflinger, S.M.S. Lützow und S.M.S. Hindenburg) der Kaiserlichen Marine, waren die modernsten und schlagkräftigsten deutschen Kriegsschiffe ihrer Zeit. Während der Seeschlacht auf der Doggerbank (24. Januar 1915) und der Seeschlacht am Skagerrak – The Battle of Jutland (31. Mai – 01. Juni 1916) erlitten sie die höchsten Verluste an Menschen und Material. Trotz schwerster Treffer blieben sie kampf- und schwimmfähig (nur S.M.S. Lützow musste aufgegeben werden), da sie, anders als britische Schiffe, nach dem Prinzip der größtmöglichen Sinksicherheit konstruiert und gebaut wurden. Insgesamt zeugen diese Schiffe von einer bemerkenswerten Leistung der Ingenieure, Werftarbeiter und Mannschaften. Sie stellten Spitzenleistungen der Schiffsbaukunst dar. Die Gürtelpanzerung des Schiffes betrug 25-30 cm. Die Kosten für dieses Schiff betrugen zirka 42,6 Millionen Mark.

S.M.S. Moltke, Panzerkreuzer
S.M.S. Moltke, Panzerkreuzer

Der Stapellauf erfolgte am 07. April 1910 in Hamburg (Blohm & Voss), Die Taufe des Schiffs vollzog Graf Helmut von Moltke (1848-1916), ein Neffe des Generalfeldmarschalls Graf Helmut von Moltke (1800-1891). Nach der Indienststellung 1911 versah das Schiff seinen Flottendienst in der Aufklärungsgruppe. 1912 besuchte es gemeinsam mit anderen deutschen Kriegsschiffe die USA, danach wurden verschiedenen Nord- und Ostseeanrainerstaaten Visiten abgestattet.

Die Besatzung S.M.S. Moltke in Erwartung einer Kinovorstellung an Bord. Skagen 19.07.1914
Die Besatzung S.M.S. Moltke in Erwartung einer Kinovorstellung an Bord. Skagen 19.07.1914

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918) nahm der Große Kreuzer Moltke am 25. Januar 1915 an der Schlacht auf der Doggerbank in der 1. Aufklärungsgruppe bestehend aus den Großen Kreuzern

  • S.M.S. Seydlitz als Flaggschiff Hippers mit Kommandant Kapitän zur See von Egidy
  • S.M.S. Derfflinger mit Kommandant Kapitän zur See von Reuter
  • S.M.S. Moltke mit Kommandant Kapitän zur See von Levetzow
  • S.M.S. Blücher mit Fregattenkapitän Erdmann,

teil: S.M.S. Moltke erwidert von 10.20 Uhr das Feuer auf die britischen Schiffe. Zwischen 11.35 Uhr und 11.50 Uhr schlagen 6 Treffer von S.M.S. Seydlitz und S.M.S. Moltke auf dem britischen Flaggschiff H.M.S. Lion ein. Trotzdem und obwohl die britischen Geschütze etwa 2 km weiter schießen konnten, erhielt S.M.S. Moltke keinen Treffer. Hippers Geschwader entkam den weit überlegenden britischen Kampfschiffen, schweren Herzens überließ er S.M.S. Blücher seinem Schicksal und nahm Kurs auf die Deutsche Bucht.

Am 19.08.1915 torpedierte das britische U-Boot „E1“ S.M.S. Moltke. Nach dieser Attacke waren 8 Tote zu beklagen.

31.05.1916 Teilnahme an der Seeschlacht am Skagerrak. Während der Schlacht erlitt S.M.S. Moltke 4 schwere Treffer, die 16 deutschen Seeleuten das Leben kosteten.

Magnus von Levetzow

Magnus von Levetzow

Konteradmiral, Kommandant auf SMS Moltke 09/1911 – 01/1915

* 08.01.1871 in Flensburg

† 13.03.1939 in Berlin

Am 17.11.1917 versuchen starke britische Seestreitkräfte (fünf Großkampfschiffe sowie eine größere Zahl kleiner Kreuzer und Zerstörer), in die Deutsche Bucht einzubrechen. Es kommt zu Kampfhandlungen mit den deutschen Vorpostenstreitkräften. Als jedoch S.M.S. Hindenburg und S.M.S. Moltke auf dem Kampfplatz erscheinen, drehen die Briten sofort ab.

S.M.S. Moltke
S.M.S. Moltke

Am 19.11.1918 bricht die Kaiserliche Kriegsflotte, unter ihnen S.M.S. Moltke, in einer fünfzig Kilometer langen Kolonne von Wilhelmshaven zu ihrer letzten Fahrt auf. Über 70 Linienschiffe, Kreuzer und Torpedoboote erfüllen eine Bedingung des Waffenstillstandsvertrags zwischen den Siegermächten und dem Deutschen Reich. Darin wird die Auslieferung aller deutschen U-Boote und die Internierung der modernsten Überwassereinheiten verlangt. Die Schiffe sind vollständig abgerüstet worden.

Am 21. Juni 1919 versenkt sich die Kaiserliche Marine in Scapa Flow, 10 Linienschiffe, 5 Große Kreuzer, 5 Kleine Kreuzer sowie 45 Torpedoboote, selbst.

Helmuth von Moltke

Helmuth von Moltke

Preußischer Generalfeldmarschall und Chef des Generalstabes.

* 26. Oktober 1800 in Parchim (Mecklenburg-Schwerin)

† 24. April 1891 in Berlin (beigesetzt in Kreisau)

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

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