S.M.S. Derfflinger

S.M.S. Derfflinger (1913)

S.M.S. Derfflinger (1913), Großer Kreuzer der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Derfflinger, Großer Kreuzer
S.M.S. Derfflinger, Großer Kreuzer

S.M.S. Derfflinger (1913) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Derfflinger
Namensherkunft:Reichsfreiherr Georg von Derfflinger, brandenburgischer Feldherr, geboren am 10. März 1606 in Neuhofen in  Oberösterreich  als Sohn eines protestantischen Bauern. Er trat später in das schwedische Herr ein und zeichnete sich im Dreißigjährigen Krieg aus, seit 1655 in brandenburgischen Diensten, 1670 Generalfeldmarschall, er entschied die Schlacht bei Fehrbellin (28. Juni 1675), eroberte  Stralsund , schlug die Schweden im Winterfeldzug 1678-79. Er starb am 4. Februar 1695 auf seinem Gut Gusow bei Küstrin.
Stapellauf:14.03.1913 in  Hamburg  ( Blohm & Voss )
Schiffsklasse:Derfflinger-Klasse
Schwesterschiffe:S.M.S. Derfflinger ,  S.M.S. Lützow ,  S.M.S. Hindenburg
Besatzung:ca. 1125 Mann
Maße:Länge: 210,4 m Breite: 29 m Tiefgang: 9,5 m
Wasserverdrängung:26600 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:26,5 kn
Dampfstrecke:5300 Seemeilen
Kohlenvorrat:3700 Tonnen
Schiffsmaschine:63 000 PS, Turbinenantrieb mit teilweiser Ölfeuerung
Bewaffnung:8 x 30,5 cm Schnellfeuerkanonen, 12 x 15 cm Schnellfeuerkanonen, 4 x 8,8 cm Schnellfeuerkanonen, 4 Torpedorohre, 4-8 x Flak 8,8 cm
Ende:21.06.1919 in Scapa Flow selbst versenkt, 1939 gehoben, 1946 abgewrackt.

S.M.S. Derfflinger (1913) – Geschichte

Die sieben in Dienst gestellten Schlachtkreuzer (S.M.S. von der Tann, S.M.S. Moltke, S.M.S. Goeben, S.M.S. Seydlitz, S.M.S. Derfflinger, S.M.S. Lützow und S.M.S. Hindenburg) der Kaiserlichen Marine, waren die modernsten und schlagkräftigsten deutschen Kriegsschiffe ihrer Zeit. Während der Seeschlacht auf der Doggerbank (24. Januar 1915) und der Seeschlacht am Skagerrak – The Battle of Jutland (31. Mai – 1. Juni 1916) erlitten sie die höchsten Verluste an Menschen und Material. Trotz schwerster Treffer blieben sie kampf- und schwimmfähig (nur S.M.S. Lützow musste aufgegeben werden), da sie, anders als britische Schiffe, nach dem Prinzip der größtmöglichen Sinksicherheit konstruiert und gebaut wurden. Insgesamt zeugen diese Schiffe von einer bemerkenswerten Leistung der Ingenieure, Werftarbeiter und Mannschaften. Sie stellten Spitzenleistungen der Schiffbaukunst dar.

Die Schiffe der Derfflinger-Klasse konstruierte man nach dem Grundsatz der größtmöglichen Sinksicherheit. Sie stellten Spitzenleistungen der Schiffbaukunst dar. Ihre Gürtelpanzerung betrug 25-30 cm.

Seit 1.September 1914 versah S.M.S. Derfflinger seinen Dienst in der Aufklärungsgruppe.

Teilnahme an der Schlacht auf der Doggerbank (25.01.1915 ) in der 1. Aufklärungsgruppe bestehend aus den Großen Kreuzern:

  • S.M.S. Seydlitz als Flaggschiff Hippers mit Kommandant Kapitän zur See von Egidy
  • S.M.S. Derfflinger mit Kommandant Kapitän zur See von Reuter
  • S.M.S. Moltke mit Kommandant Kapitän zur See von Levetzow
  • S.M.S. Blücher mit Fregattenkapitän Erdmann

10.11 Uhr eröffnete S.M.S. Derfflinger mit seinen 30,5 cm Geschützen das Feuer auf deutscher Seite. 10.43 Uhr wird S.M.S. Derfflinger Steuerbord achtern getroffen, Wasser dringt in das Schiff, kann jedoch nach wenigen Minuten aufgehalten werden. Hippers Geschwader entkam den weit überlegenen britischen Kampfschiffen, schweren Herzens überließ er S.M.S. Blücher seinem Schicksal und nahm Kurs auf die Deutsche Bucht.

S.M.S. Derfflinger beschädige in der Schlacht auf der Doggerbank das britische Flaggschiff H.M.S. Lion von Vizeadmiral Beatty so schwer, dass es fasst untergegangen wäre.

Teilnahme an der Seeschlacht am Skagerrak (31.05.1916 ). S.M.S. Derfflinger war maßgeblich an der Versenkung der britischen Großkampfschiffe H.M.S. Queen Mary und H.M.S. Invicible beteiligt. An eigenen Verlusten waren 157 Tote zu beklagen. Das Schiff wurde selbst schwer beschädigt, erreichte jedoch aus eigener Kraft Wilhelmshaven. In Kiel wurde das Schiff repariert und umgebaut, so dass es im November 1916 wieder einsatzbereit war.

Am 19. November 1918 bricht die Kaiserliche Kriegsflotte, unter ihnen S.M.S. Derfflinger, in einer fünfzig Kilometer langen Kolonne von Wilhelmshaven zu ihrer letzten Fahrt auf. Über 70 Linienschiffe, Kreuzer und Torpedoboote erfüllen eine Bedingung des Waffenstillstandsvertrags zwischen den Siegermächten und dem Deutschen Reich. Darin wird die Auslieferung aller deutschen U-Boote und die Internierung der modernsten Überwassereinheiten verlangt. Die Schiffe sind vollständig abgerüstet worden.

Am 21. Juni 1919 versenkt sich die Kaiserliche Marine in Scapa Flow, 10 Linienschiffe, 5 Große Kreuzer, 5 Kleine Kreuzer sowie 45 Torpedoboote, selbst. Unter den selbst versenkten Schiffen befand sich auch S.M.S. Derfflinger. Erst 1939 wurde das Wrack gehoben und 1946 abgewrackt.

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

Seitenanfang

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentar verfassen