S.M.S. Ariadne (1871)

S.M.S. Ariadne, Korvette
S.M.S. Ariadne, Korvette

S.M.S. Ariadne (1871), Kreuzerkorvette der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Ariadne, Kreuzerkorvette
S.M.S. Ariadne, Kreuzerkorvette

S.M.S. Ariadne (1871) – Angaben

Name:Ariadne
Namensherkunft:Ariadne, griechische Göttin
Stapellauf:21.07.1871 in Danzig (Kaiserliche Werft Danzig)
Schiffsklasse:Ariadne-Klasse
SchwesterschiffS.M.S. Ariadne (1871), S.M.S. Luise 1872)
Besatzung:ca. 230 Mann
Maße:Länge 68 m, Breite 10,80 m, Tiefgang 5,70 m
Wasserverdrängung:1720 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:13 kn
Bewaffnung:6 Kanonen Kaliber 15 cm, 2 Kanonen Kaliber 12 cm
Ende:1891 abgewrackt

S.M.S. Ariadne (1871) – Geschichte

Nach dem Deutschen Krieg von 1866 kommt es zur Errichtung des Norddeutschen Bundes und damit zur Schaffung der Norddeutschen Bundesmarine: Auch die preußischen Kriegsschiffe führen die neue Bundeskriegsflagge. Die Marine soll jetzt nicht nur dem Schutz der Schifffahrt und der Küste dienen, sondern auch im Bedarfsfall das offensive Vergehen gegen feindliche Kräfte, Küsten und Häfen ermöglichen. Kriegsminister von Roon arbeitet einen Flottengründungsplan aus, nachdem in den nächsten zehn Jahren: 10 Panzerschiffe, 20 Korvetten, 22 Küstenverteidigungsfahrzeuge, 8 Avisos, 3 Transportschiffe und 7 Schulschiffe gebaut werden sollen. Der Reichstag bewilligt diesen Plan zwar, jedoch ist die deutsche Schiffbauindustrie und ungenügend entwickelt. Man benötig Musterschiffe und kauft daher im Ausland geeignete Fahrzeuge: in Frankreich die Panzerfregatte S.M.S. Friedrich Carl (6800 t und 16 Geschütze), in England S.M.S. Kronprinz (5600 t und 16 Geschütze) und S.M.S. König Wilhelm (9800 t und 23 Geschütze) – in seiner Zeit ein Gigant und das damals stärkste Schiff, ursprünglich wurde es von den Türken bestellt, dann aber von diesen nicht abgenommen. Es hatte seine 24-cm-Kruppsche-Mantelringkanonen in langer Batterie und im Bug aufgestellt und machte mit seiner immer noch üblichen Segeltakelage, dem massiven Rammsporn und Gürtelpanzer einen imposanten Eindruck.

Kapitän zur See Kühne, Kommandant der deutschen Korvette Ariadne (* 18. Mai 1838 in Merseburg - † 10. Oktober 1926 in Lübeck)
Kapitän zur See Kühne, Kommandant der deutschen Korvette Ariadne (* 18. Mai 1838 in Merseburg – † 10. Oktober 1926 in Lübeck)

In Danzig (Westpreußen) begann der eigene deutsche Schiffsneubau, so 1868 die Panzerkorvette S.M.S. Hansa (3600 t und 8 Kanonen), die Glattdeckskorvette S.M.S. Ariadne und die gedeckte Korvette S.M.S. Elisabeth. Die Fregatte S.M.S. Vineta, als preußisches Schiff hinausgegangen, kehrte als norddeutsches Bundeschiff in heimische Gewässer zurück. S.M.S. Hertha fand Gelegenheit mit dem Kanonenboot S.M.S. Blitz einer aufgelaufenen französischen Korvette tatkräftig zu helfen. Andere Schiffe besuchten ostasiatische und westindische Stationen und zeigten die neue Flagge rund um die Welt. Der Oberbefehl der Norddeutschen Bundesmarine unterstand Prinz Adalbert von Preußen.

S.M.S. Ariadne, Korvette
S.M.S. Ariadne, Korvette

Am 17. Juni 1869 fand, im Beisein König Wilhelms I. und einer englischen Abordnung, die feierliche Einweihung des Kriegshafens, der Gründung der Marinebasis Wilhelmshaven statt. Die Wahl der Jadebucht als Kriegshafen lag auf der Hand: kein Handelsverkehr wie in den Flussmündungen konnte die Tätigkeit der Kriegsflotte hindern oder durch sie gehindert werden. Die vorgelagerten Sandbanken erschwerten zwar das Navigieren, stellten jedoch gleichzeitig einen natürlichen Schutz dar, der außerdem durch Befestigungen am westlichen Ufer verstärkt wurde.

Die Schiffstaufe am 21.07.1871 in Danzig (Kaiserliche Werft Danzig) vollzog der Oberwerftdirektor Kinderling. Jedoch verhinderten größere Mängel am Schiff seinen Einsatz, sodass das Schiff erst 1873 verwendungsfähig war, dann unternahm es mehrere Europafahrten.

Kamerun, Reichskommissar Gustav Nachtigal lässt die deutsche Flagge hissen.
Kamerun, Reichskommissar Gustav Nachtigal lässt die deutsche Flagge hissen.

Von 1874 bis 1876 kreuzte S.M.S. Ariadne zeitweise gemeinsam mit S.M.S. Hertha und dem Kanonenboot Cyclop vor der chinesischen Küste, um den Handel vor Piraten zu schützen. Von 1877 bis 1879 unternahm es eine Südsee- und Mittelamerikareise, 1880 eine Südamerikareise, von 1884 bis 1885 Afrikareise, hier wurden im Gebiet des heutigen Guinea mehrfach die deutsche Flagge gehisst und in Besitz genommen. Diese Gebiete wurde jedoch später mit Frankreich gegen Flächen in Togo ausgetauscht.

1887 nahm das Schiff an der Grundsteinlegung zum Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord-Ostsee-Kanal) teil. Von 1889 bis 1890 unternahm es eine Karibikreise.

1891 wurde S.M.S. Ariadne aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und in Hamburg abgewrackt.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

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