S.M.S. Kronprinz, Panzerfregatte

S.M.S. Kronprinz (1867)

S.M.S. Kronprinz (1867), Panzerfregatte der Norddeutschen Bundesmarine und Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Kronprinz, Panzerfregatte
S.M.S. Kronprinz, Panzerfregatte

S.M.S. Kronprinz (1867) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Kronprinz
Namensherkunft:benannt nach dem Titel des Thronfolgers
Stapellauf:07.05.1867 in London (Samuda)
Schwesterschiffe:Einzelschiff
Besatzung:ca. 537 Mann
Maße:Länge 89 m Breite 15 m Tiefgang: 7,4 m
Wasserverdrängung:5570 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:12 kn
Bewaffnung:16 Kanonen Kaliber 21 cm
Ende:1921 abgewrackt

S.M.S. Kronprinz (1867) – Indiensthaltung und Kommandant

19.09.1867 – 16.11.1867 Kapitän zur See Ludwig Henk
11.05.1869 – 25.09.1869 Korvettenkapitän Reinhold Werner
30.04.1870 – 25.08.1871 Kapitän zur See Reinhold Werner
19.12.1871 – 22.01.1872 Kapitän zur See Reinhold Werner
19.05.1874 – 13.10.1874 Kapitän zur See Paul Grapow
19.05.1875 – 15.10.1875 Kapitän zur See Paul Grapow † (5/75 – 7/75)
Kapitän zur See Otto Livonius (7/75 – 10/75)
01.05.1876 – 15.02.1877 Kapitän zur See Otto Livonius
05.05.1879 – 27.09.1879 Kapitän zur See Alfred Stenzel
03.05.1881 – 02.10.1881 Kapitän zur See Ditmar
02.05.1882 – 26.09.1882 Kapitän zur See Ditmar
01.05.1883 – 27.09.1883 Kapitän zur See Philipp von Kall
01.10-1891 -04.10.1892 Kapitän zur See Otto Diederichsen (10/91 – 01/92)
Kapitän zur See Hugo von Schuckmann (01/92 – 10/92)

S.M.S. Kronprinz (1867) – Geschichte

Nach dem Deutschen Krieg von 1866 kommt es zur Errichtung des Norddeutschen Bundes und damit zur Schaffung der Norddeutschen Bundesmarine: Auch die preußischen Kriegsschiffe führen die neue Bundeskriegsflagge. Die Marine soll jetzt nicht nur dem Schutz der Schifffahrt und der Küste dienen, sondern auch im Bedarfsfalle das offensive Vergehen gegen feindliche Kräfte, Küsten und Häfen ermöglichen. Kriegsminister von Abrecht Graf von Roon arbeitet einen Flottengründungsplan aus, nachdem in den nächsten zehn Jahren: 10 Panzerschiffe, 20 Korvetten, 22 Küstenverteidigungsfahrzeuge, 8 Avisos, 3 Transportschiffe und 7 Schulschiffe gebaut werden sollen.

Deutsches Geschwader 1875, v.l.n.r.: S.M.S. Falke, S.M.S. Hansa, S.M.S. Kaiser, S.M.S. Kronprinz, S.M.S. König Wilhelm
Deutsches Geschwader 1875, v.l.n.r.: S.M.S. Falke, S.M.S. Hansa, S.M.S. Kaiser, S.M.S. Kronprinz, S.M.S. König Wilhelm

Der Reichstag bewilligt diesen Plan zwar, jedoch ist die deutsche Schiffsbauindustrie und ungenügend entwickelt. Man benötig Musterschiffe und kauft daher im Ausland geeignete Fahrzeuge: in Frankreich die Panzerfregatte S.M.S. Friedrich Carl (6800 t und 16 Geschütze), in England S.M.S. Kronprinz (5600 t und 16 Geschütze) und S.M.S. König Wilhelm (9800 t und 23 Geschütze) – in seiner Zeit ein Gigant und das damals stärkste Schiff, ursprünglich wurde es von den Türken bestellt, dann aber von diesen nicht abgenommen. Es hatte seine 24-cm-Kruppsche-Mantelringkanonen in langer Batterie und im Bug aufgestellt und machte mit seiner immer noch üblichen Segeltakelage, dem massiven Rammsporn und Gürtelpanzer einen imposanten Eindruck.

Panzerschiffsgeschwader mit Volltakelage im Mittelmeer
Panzerschiffsgeschwader mit Volltakelage im Mittelmeer
S.M.S. Kaiser, S.M.S. Deutschland, S.M.S. Friedrich Carl, S.M.S. Kronprinz
S.M.S. Kronprinz, Panzerfregatte
S.M.S. Kronprinz, Panzerfregatte
S.M.S. Kronprinz, Panzerfregatte
S.M.S. Kronprinz, Panzerfregatte

Am 22. August 1901 wurde „Kronprinz“ aus der List der Kriegsschiffe gestrichen und zum Schul- und Wohnschiff umgebaut. 1921 wurde der Hulk verkauft und in Rendsburg-Audorf abgewrackt.

S.M.S. Kronprinz, Hulk
S.M.S. Kronprinz, Hulk
S.M.S. Kronprinz, Hulk
S.M.S. Kronprinz, Hulk

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

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