S.M.S. Friedrich Carl (1867)

S.M.S. Friedrich Carl
S.M.S. Friedrich Carl

S.M.S. Friedrich Carl (1867), Panzerfregatte der Norddeutschen und Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Friedrich Carl, Panzerfregatte
S.M.S. Friedrich Carl, Panzerfregatte

S.M.S. Friedrich Carl (1867) – Angaben

Name:Friedrich Carl, ab 1902 Neptun
Namensherkunft:1. Prinz Friedrich Carl von Preußen (1828-1885)
2. Neptun, römischer Gott des Meeres
Stapellauf:1867 in Toulon/Frankreich
Schwesterschiffe:Einzelschiff
Besatzung:ca. 530 Mann
Maße:Länge 94 m, Breite 17 m, Tiefgang: 8 m
Wasserverdrängung:6000 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:13 kn
Bewaffnung:16 Kanonen Kaliber 21 cm
Ende:1906 abgewrackt

S.M.S. Friedrich Carl (1867) – Geschichte

Friedrich Karl Prinz von Preußen

Friedrich Carl Prinz von Preußen
* 20.03.1828 in Berlin
† 15.06.1885 in Klein-Glienicke bei Potsdam; preußischer Generalfeldmarschall.

Nach dem Deutschen Krieg von 1866 kommt es zur Errichtung des Norddeutschen Bundes und damit zur Schaffung der Norddeutschen Bundesmarine: Auch die preußischen Kriegsschiffe führen die neue Bundeskriegsflagge. Die Marine soll jetzt nicht nur dem Schutz der Schifffahrt und der Küste dienen, sondern auch im Bedarfsfalle das offensive Vergehen gegen feindliche Kräfte, Küsten und Häfen ermöglichen. Kriegsminister Albrecht Graf von Roon arbeitet einen Flottengründungsplan aus, nachdem in den nächsten zehn Jahren: 10 Panzerschiffe, 20 Korvetten, 22 Küstenverteidigungsfahrzeuge, 8 Avisos, 3 Transportschiffe und 7 Schulschiffe gebaut werden sollen.

S.M.S. Friedrich Carl, Panzerfregatte
S.M.S. Friedrich Carl, Panzerfregatte

Der Reichstag bewilligt diesen Plan zwar, jedoch ist die deutsche Schiffsbauindustrie noch ungenügend entwickelt. Man benötig Musterschiffe und kauft daher im Ausland geeignete Fahrzeuge: in Frankreich die Panzerfregatte S.M.S. Friedrich Carl (6800 t und 16 Geschütze), in England S.M.S. Kronprinz (5600 t und 16 Geschütze) und S.M.S. König Wilhelm (9800 t und 23 Geschütze) – in seiner Zeit ein Gigant und das damals stärkste Schiff, ursprünglich wurde es von den Türken bestellt, dann aber von diesen nicht abgenommen. Es hatte seine 24-cm-Kruppsche-Mantelringkanonen in langer Batterie und im Bug aufgestellt und machte mit seiner immer noch üblichen Segeltakelage, dem massiven Rammsporn und Gürtelpanzer einen imposanten Eindruck.

S.M.S. Friedrich Carl, Panzerfregatte
S.M.S. Friedrich Carl, Panzerfregatte

Im 19. Jahrhundert war Spanien durch die Karlistenkriege ein zerrissenes Land und es herrschten völlig chaotischen Zustände. Die deutsche Admiralität schickte ein Geschwader unter Kommodore Werner vor die spanische Küste, um dort ansässige Deutsche sowie deutsche Handelsinteressen zu schützen. Zum Geschwader gehörte neben S.M.S. Friedrich Carl noch S.M.S. Elisabeth und das Kanonenboot S.M.S. Delphin. Durch sein Erscheinen verhinderte S.M.S. Friedrich Carl am 22. Juli 1873 die Beschießung der Stadt Alicante durch Aufständische auf dem Panzerschiff „Victoria“.

Die deutsche Fregatte Friedrich Carl und die spanische Insurgentenflotte im Hafen von Cartagena
Die deutsche Fregatte Friedrich Carl und die spanische Insurgentenflotte im Hafen von Cartagena

Kurz darauf verhindert S.M.S. Friedrich Carl und das britische Panzerschiff H.M.S. Swiftsure die Beschießung von Málaga, indem sie die von Aufständischen geführten Kriegsschiffe „Victoria“ und „Almansa“ aufbringen. Diese Einmischung in die inneren Angelegenheiten Spaniens findet jedoch nicht die Zustimmung des Reichskanzlers Otto von Bismarck und er lässt Kommodore Werner ablösen.

Deutsche Panzerschiffe. Von Gustav Schönleber. S.M.S. König Wilhelm und S.M.S. Friedrich Carl.
Deutsche Panzerschiffe. Von Gustav Schönleber. S.M.S. König Wilhelm und S.M.S. Friedrich Carl.

Am 25. November 1873 müssen die deutschen Kriegsschiffe S.M.S. Friedrich Carl und S.M.S. Elisabeth noch einmal in Spanien eingreifen, als sie die Aufständischen zwingen deutsches Eigentum in Cartagene wieder herauszugeben.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

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