Gruss von der Marine

k. u. k. Kriegsmarine

die Marine der österreichisch-ungarischen Monarchie

Pola, Kriegshafen der k. u. k. Kriegsmarine
Pola, Kriegshafen der k. u. k. Kriegsmarine

Auf dem Höhepunkt der k. u. k. Kriegsmarine, vor dem Ersten Weltkrieg (1914 -1918), galt sie als die sechstgrößte Marine der Welt. Eine Kriegsflotte erhielt Österreich erst durch die Besitznahme Venedigs 1798, bez. 1814. Im Jahr 1848 büßte Österreich durch den Verlust Venedigs fast seine ganze Flotte wieder ein und erst durch die Tatkraft des Erzherzogs Maximilian begann die Entwickelung der Kriegsmarine, die sich während des Deutschen Krieges 1866 bei Lissa glänzend bewährte. Seitdem wuchs die österreichisch-ungarische Kriegsflotte nur langsam. 

Pola, Marinekaserne
Pola, Marinekaserne

Marine-Zentralbehörde ist die Marinesektion des Reichskriegsministeriums, deren Chef zugleich Marinekommandant ist; sie gliederte sich in die Präsidialkanzlei (Organisation, Erziehungs- und Sanitätswesen), die Operationskanzlei (Generalstabsbureau der Marine), die erste Geschäftsgruppe (Personalsachen), zweite Geschäftsgruppe (marinetechnische Angelegenheiten) sowie je eine Abteilung für Justiz und Rechnungswesen.

Pola, Stadtplan 1911
Pola, Stadtplan 1911

Zentralhafen der Kriegsflotte ist Pola, dessen Hafenadmiralat (den deutschen Marinestationskommandos entsprechend) das Militärhafenkommando (mit dem Befehl über das Matrosenkorps, die Schul- und Kasernenschiffe das Hydrographische Amt, die Marinespitäler etc.) für den maritim-militärischen Dienst und das Seearsenalskommando für den technisch-ökonomischen Betrieb des Seearsenals (Marinenwerft) unterstellt sind. Das Matrosenkorps enthält in drei Depots (Abteilungen) die Mannschaften des Deckdienstes (6 Kompanien), des Steuerdienstes (1 Kompanie), des Artilleriedienstes (3 Kompanien), des Torpedodienstes und des Seeminendienstes (zusammen 1 Kompanie), des Maschinendienstes (3 Kompanien) und des Militärarbeiter-, Proviant-, Küchen- und Sanitätsdienstes (1 Kompanie) sowie eine Musikabteilung und eine Stabsabteilung; vom Matrosenkorps werden die Besatzungen für die Schiffe gestellt.

k. u. k. Kriegsmarine: Aller Anfang ist schwer. Halbe Dienstzeit. Glücklich überwunden.
k. u. k. Kriegsmarine: Aller Anfang ist schwer. Halbe Dienstzeit. Glücklich überwunden.

Die Dienstpflicht dauert 4 Jahre in der Linie, 5 in der Reserve und 3 in der Seewehr; außerdem werden Vierjährig- und Einjährig-Freiwillige eingestellt. Ständig im Dienst sind ein Artillerieschulschiff mit mehreren Beischiffen, ein Torpedoschulschiff mit Beischiffen. Am Lande sind in Pola die Seeminen- und Telegraphenschule, das Hydrographische Amt mit Marinebibliothek, ein Marinespital, ein Bekleidungsamt, Gefangenhaus, Schwimmschule sowie Marineschulen für das Personal und auch für dessen Kinder, ein Marinepfarramt. In Triest ist ein Seebezirkskommando sowie das Marinezentralarchiv, in Fiume ist die Marineakademie für die wissenschaftliche Ausbildung der Seekadetten in vier Jahrgängen, unterbrochen von Kreuzfahrten auf einer Schulkorvette. In Sebenico befindet sich das Schiffsjungeninstitut auf einem Hafenschiff nebst Beischiffen. Als Flottenstation ist außerdem die große Bucht von Cattaro mit Kohlenlagern, Marinewerkstätten etc. ausgerüstet. Für die Donauflottille ist Budapest Stationshafen.

An Bord S.M.S. Erzherzog Friedrich
An Bord S.M.S. Erzherzog Friedrich

Für 1905 betragen die Marineausgaben 91,6 Millionen Kronen. Das Personal zählte 1905: 563 Seeoffiziere, 88 Maschinenleiter, 66 Sanitätsoffiziere, 161 Marinekommissäre, 9 Marinegeistliche, 180 Seekadetten und Seeaspiranten, 10.927 Unteroffiziere und Gemeine.

Zur aktiven Flotte zählten Anfang 1906: 11 Linienschiffe mit 85.560 Tonnen (von 5150–10.600 Tonnen Größe), von denen die neuesten, die Schiffe der Erzherzog Karl-Klasse, mit 10.600 Tonnen, 118,6 m lang, 21,7 m breit sind und 7,48 m Tiefgang haben; ihre Maschinen geben bei 14.000 PS 19–20 Seemeilen Geschwindigkeit; Bewaffnung vier 24 cm, zwölf 19 cm, zwölf 7 cm-Schnelladekanonen, 12 Maschinenkanonen, 4 Maschinengewehre, 2 Torpedorohre; Panzerung 15 bis 22 cm stark, Panzerdeck 8 cm. Ferner 3 Panzerkreuzer mit 18.810 Tonnen (größter Sankt Georg mit 7300 Tonnen, 21 Seemeilen Geschwindigkeit, 2 schwere, 9 mittlere, 12 leichte Schnelladekanonen), 6 kleine geschützte Kreuzer mit 17.450 Tonnen, 8 Torpedofahrzeuge, 6 große und 24 kleine Torpedoboote.

Kriegsflagge Österreich-Ungarn
Kriegsflagge Österreich-Ungarn

Außerdem die Donauflottille mit 4 Panzerkanonenbooten mit zusammen 1776 Tonnen. 7 alte Panzerschiffe dienen als Schul- und Kasernenschiffe, 4 alte Korvetten, 2 alte Kanonenboote als Missions- und Stationsschiffe; ferner sind vorhanden 4 Raddampfer, 4 Schlepptender, 2 Pumpenschiffe, 2 Minenlegungstender, 2 Zisternenschiffe, 1 Torpedodepotschiff, 1 Werkstättenschiff, 1 Materialientransportschiff, 1 alte Fregatte als Artillerieschulschiff mit 2 seegehenden Beischiffen, 1 Torpedoschulschiff und 1 Seeminen- und Telegraphenschulschiff; 1 alte Korvette als Schiffsjungenschule mit 3 seegehenden Beischiffen, 1 Matrosenschulschiff, mehrere Hulken für Bequartierung und eine für Quarantäne. Außerdem 2 Segelkutter u. 2 Segelschuner.

Gruss aus Pola
Gruss aus Pola

Schiffs-Klassen

Monarchen Klasse (1893-1898)

S.M.S. Budapest

S.M.S. Monarch

S.M.S. Wien

S.M.S. Wien
S.M.S. Wien

Babenberg Klasse (1899-1902)

S.M.S. Árpád

S.M.S. Babenberg

S.M.S. Habsburg

S.M.S. Habsburg
S.M.S. Habsburg

Erzherzog Klasse (1902-1906)

S.M.S. Erzherzog Ferdinand Max

S.M.S. Erzherzog Friedrich

S.M.S. Erzherzog Karl

S.M.S. Erzherzog Friedrich
S.M.S. Erzherzog Friedrich

Radetzky Klasse (1907-1911) Semi-Dreadnoughts

S.M.S. Erzherzog Franz Ferdinand

S.M.S. Radetzky

S.M.S. Zrinyi

S.M.S. Zrinyi
S.M.S. Zrinyi

Viribus Unitis (oder Tegetthoff) Klasse (1910-1915) Dreadnoughts

S.M.S. Prinz Eugen

S.M.S. Szent István

S.M.S. Tegetthoff

S.M.S. Viribus Unitis

S.M.S. Viribus Unitis
S.M.S. Viribus Unitis

Über die Kämpfe der k. u. k. Kriegsmarine während des Ersten Weltkriegs wird es einen separaten Beitrag geben.

Quellenhinweise:

  • „Meyers Konversations-Lexikon“ 5. Auflage in 17 Bänden 1893 – 1897
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 24 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1906 – 1908
  • „Meyers Kleines Konversations-Lexikon“, 7. Auflage in 6 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1908

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