Jägerndorf, Stadtansicht

Jägerndorf

Stadt im Kaisertum Österreich, Österreichisch-Schlesien

Jägerndorf 14.623 Einwohner (1900)

Jägerndorf, Franz Josefplatz mit Rathaus
Jägerndorf, Franz Josefplatz mit Rathaus

Jägerndorf

Jägerndorf ist eine Stadt im Kaisertum Österreich, Österreichisch-Schlesien und liegt an der preußischen Grenze, 313 Meter über dem Meer, am Fuße des Burgberges (mit Wallfahrtskirche und Aussichtswarte), an der Oppa, die hier die Goldene Oppa aufnimmt und an den Linien Olmütz-Jägerndorf-Troppau und Jägerndorf.-Ziegenhals der österreichischen Staatsbahnen und Jägerndorf-Leobschütz der Preußischen Staatsbahn.

Jägerndorf ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine schöne Dekanatskirche mit zwei hohen Türmen, ein Minoritenkloster mit schöner Kirche, ein fürstlich Liechtensteinsches Schloss, ein neues Rathaus, eine Oberrealschule, Webschule, starke Fabrikation von Schafwollwaren, Wirkwaren, Papier, Orgeln, Maschinen, Likör, Essig und Spiritus, eine Dampfmühle, ein Elektrizitätswerk, bedeutende Märkte und eine Filiale der Österreichisch-Ungarischen Bank. Im Jahr 1900 leben hier 14.623 deutsche Einwohner.

Jägerndorf, Elisabethplatz mit Sparkasse und Stadtcafe
Jägerndorf, Elisabethplatz mit Sparkasse und Stadtcafe

Jägerndorf, ehemals Hauptort des gleichnamigen Fürstentums, wurde 1241 von den Tataren geplündert und hatte im Dreißigjährigen Kriege viel zu leiden.

Jägerndorf, Anlagen und alte Stadtmauer
Jägerndorf, Anlagen und alte Stadtmauer

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945) wurde Jägerndorf am 6. Mai 1945 von der Roten Armee besetzt. Die tschechoslowakischen Behörden richteten für die deutschen Einwohner der Stadt und den Kreisgemeinden 3 Internierungslager ein. Viele Insassen überlebten die Drangsale, Misshandlungen und Vergewaltigungen nicht. Die Überlebenden wurden schlussendlich in Viehwaggons verfrachtet und nach Westen vertrieben.

Jägerndorf (Krnov) ist heute eine Stadt in der Tschechischen Republik.

Jägerndorf, Stadtansicht
Jägerndorf, Stadtansicht

Fürstentum Jägerndorf

Jägerndorf ist ein teils zum preußischen Regierungsbezirk Oppeln, teils zu Österreichisch-Schlesien gehöriges Fürstentum. Früher war es ein Bestandteil des Herzogtums RatiborTroppau, seit 1377 selbständiges Fürstentum. Es kam 1523 durch Kauf an den hohenzollerischen Markgrafen Georg von Ansbach. Dessen Sohn Georg Friedrich überließ für den Fall seines Todes das Fürstentum 1596 dem Kurprinzen, späteren Kurfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg, der es seinem zweiten Sohn, Johann Georg, als Apanage zuteilte. Letzterer 1621 als Anhänger Friedrichs V. von der Pfalz geächtet, verlor sein Land, das durch kaiserlichen Lehnsbrief am 13. Mai 1622 an den Fürsten Karl von Liechtenstein kam.

Jägerndorf, Stadtpark mit Monument Kaiser Josef
Jägerndorf, Stadtpark mit Monument Kaiser Josef

Nach dem kinderlosen Ableben des Markgrafen Ernst (1642), des Sohnes des geächteten Johann Georg, gingen dessen Ansprüche an Jägerndorf auf Brandenburg über; der Große Kurfürst erklärte die Einziehung des Fürstentums für ungesetzlich und erneuerte 1683 bei Rückforderung der übrigen ihm durch Erbverbrüderung zustehenden schlesischen Fürstentümer auch seine Ansprüche auf Jägerndorf, Beuthen und Oderberg, erlangte aber als Entschädigung nur den Kreis Schwiebus, der auf Grund eines geheimen Vertrags mit dem damaligen Kurprinzen Friedrich 1694 wieder an den Kaiser zurückgegeben wurde. Friedrich II. machte 1740 die Erbansprüche Preußens auf Jägerndorf und die anderen schlesischen Fürstentümer mit Waffengewalt geltend und erhielt im Frieden von Breslau (1742) den diesseits der Oppa gelegenen Teil des Fürstentums mit dem Hauptort Leobschütz.

 

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