Saarburg in Lothringen

Kreis- und Kantonshauptstadt im Reichsland Elsaß-Lothringen, Bezirk Lothringen

Saarburg in Lothringen 9818 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Saarburg i. L., Marktplatz
Saarburg i. L., Marktplatz

Neben der Stadt Saarburg in Lothringen im Reichsland Elsaß-Lothringen, existiert im Deutschen Reich:

Saarburg in Lothringen (Kaufmanns-Saarbrück)

Saarburg ist Kreis- und Kantonshauptstadt im Reichsland Elsaß-Lothringen, Bezirk Lothringen. Sie liegt an der Saar, 315 Meter über dem Meer und ist Knotenpunkt der Eisenbahnen Straßburg-Deutsch-Avricourt, Saarburg-Alberschweiler und Saarburg-Saargemünd. Die Stadt hat eine evangelische, eine katholische und eine Garnisonkirche, eine Synagoge, ein Gymnasium, eine landwirtschaftliche Winterschule, Amtsgericht, Hauptzollamt, Oberförsterei, Fabrikation von Uhrfedern, Handschuhen und Stickereien, Maschinenbau, ein Elektrizitätswerk, Bierbrauerei und Getreidehandel.

Im Jahr 1905 leben hier mit der Garnison (Stab der 59. Infanterie- und 30. Kavalleriebrigade, ein Infanterieregiment Nr. 97,2 Ulanenregimenter Nr. 11 und 15 und 2 Abteilungen Feldartillerie Nr. 15) 9818 meist katholische Einwohner. Saarburg, zur Römerzeit pons Saravi, im Mittelalter „Kaufmanns-Saarbrück“ genannt, gehörte lange zum Bistum Metz, wurde nebst der Herrschaft Saarburg 1475 vom Herzog von Lothringen besetzt, 1561 an ihn abgetreten, aber 1661 an Frankreich überlassen.

Im August 1914, gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs, fand nach dem Einfall der Franzosen in Lothringen die Schlacht bei Saarburg statt.

 

Alfred Lichtenstein

Alfred Lichtenstein

* 23. August 1889 in Wilmersdorf bei Berlin, † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Somme, Frankreich). Alfred Lichtenstein war ein deutscher Schriftsteller, der vom ersten Tag am Ersten Weltkrieg teilnahm. Von ihm stammen u.a. die Zeilen „Die Schlacht bei Saarburg“. Er fiel am 25. September 1914 bei Vermandovillers (Somme) an der Westfront.

Die Schlacht bei Saarburg

Die Erde verschimmelt im Nebel.
Der Abend drückt wie Blei.
Rings reißt elektrisches Krachen
Und wimmernd bricht alles entzwei.

Wie schlechte Lumpen qualmen
Die Dörfer am Horizont.
Ich liege gottverlassen
In der knatternden Schützenfront.

Viel kupferne feindliche Vögelein
Surren um Herz und Hirn.
Ich stemme mich steil in das Graue
Und biete dem Morden die Stirn.

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