Hirschberg in Schlesien vom Kaiserturm

Hirschberg in Schlesien

Hirschberg in Schlesien im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Hirschberg in Schlesien 17.865 Einwohner – 1905

Hirschberg in Schlesien, Warmbrunner Platz
Hirschberg in Schlesien, Warmbrunner Platz

Neben der Stadt Hirschberg in Schlesien existieren im Deutschen Reich (Kaiserreich) und in Österreich:

  1. Hirschberg in Thüringen (Hirschberg an der Saale), eine Stadt im Fürstentum Reuß jüngerer Linie. Sie liegt an der Saale und der sächsischen Staatsbahnlinie Schönberg-Hirschberg und 441 Meter über dem Meer. Hirschberg in Thüringen hat eine evangelische Kirche, ein fürstliches Schloss, Amtsgericht, Leder- und Messerfabrikation, Handelsmüllerei und im Jahr 1900 = 2014 evangelische Einwohner.
  2. Hirschberg, Stadt im Kaisertum Österreich, Königreich Böhmen, Bezirkshauptmannschaft Dauba. Sie liegt an der Böhmischen Nordbahn, mit einem gräflich Waldsteinschen Schloss und Park. Im Jahr 1900 leben 2050 deutsche Einwohner in der Stadt. Diese betreiben Hopfenbau und arbeiten in Sägewerken. In der Umgebung befinden sich ausgedehnte Waldungen und drei große Teiche. Südöstlich erhebt sich auf einem 603 m hohen Phonolithkegel die malerische Burgruine Bösig aus dem 12. Jahrhundert mit weiter Rundsicht.

Hirschberg in Schlesien, Hirschberg im Riesengebirge

Hirschberg in Schlesien ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Liegnitz.

Hirschberg in Schlesien liegt in anmutiger Lage am Einfluss des Zacken in den Bober, nahe dem Riesengebirge und 342 Meter über dem Meer. Die Stadt Hirschberg in Schlesien ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Kohlfurt-Glatz, Hirschberg-Grünthal und Hirschberg-Schmiedeberg. Hirschberg in Schlesien hat eine evangelische Kirche (seit 1709, eine von den sechs sogenannten Gnadenkirchen), 4 katholische Kirchen, Synagoge und mehrere Kriegerdenkmäler. Im Jahr 1900 leben in Hirschberg in Schlesien mit der Garnison (1 Jägerbataillon Nr. 5) 17.865 Einwohner, der Großteil sind Evangelische, 4118 sind Katholiken und 335 Juden.

Hirschberg (Schlesien), Gnadenkirche
Hirschberg (Schlesien), Gnadenkirche

Die Industrie von Hirschberg in Schlesien erstreckt sich auf Kammgarnspinnerei, Fabrikation von Leinen- und Baumwollwaren, Rouleaus, Jalousien, Kartonnagen, Zigarren, künstlichen Blumen, Maschinen, Papier, Holz- und Strohstoff, Portlandzement, Porzellan, Obstwein und Fruchtsäften; ferner hat Hirschberg lebhaften Handel in Getreide, Wein, Zement, Leinwand, Butter etc. Hirschberg in Schlesien hat ein Gymnasium, Waisenhaus, Landgericht, Handelskammer und eine Nebenstelle der Reichsbank.

Hirschberg in Schlesien vom Kaiserturm
Hirschberg in Schlesien vom Kaiserturm

Anziehende Punkte der Umgegend von Hirschberg in Schlesien sind, der Kavalierberg mit schöner Aussicht, der Kreuzberg (Kramstaberg) mit Anlagen, der sagenreiche Hausberg, der Helikon und die Schlucht des Sattler am Bober mit Eisenbahnviadukt. Zum Landgerichtsbezirk Hirschberg gehören die zwölf Amtsgerichte zu Bolkenhain, Friedeberg, Greifenberg, Hermsdorf, Hirschberg, Lähn, Landeshut, Liebau, Löwenberg, Schmiedeberg, Schömberg und Schönau. Hirschberg in Schlesien erhielt 1108 Stadtrechte und wurde durch Herzog Boleslaw II. von Liegnitz 1241 bedeutend vergrößert. Den Grund zu seinem Wohlstand legte im 16. Jahrhundert die Lein- und Schleierweberei.

Hirschberg in Schlesien, Boberviadukt mit Hausberg
Hirschberg in Schlesien, Boberviadukt mit Hausberg

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945) eroberte die Rote Armee die Stadt Hirschberg in Schlesien und übergab sie der polnischen Verwaltung. Die Einwohner wurden ermordet, verschleppt bzw. vertrieben, die Polen nennen die Stadt nun Jelenia Góra.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911
  • „Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit“ von Heinz Nawratil, Universitas 2007

Seitenanfang

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Ein Kommentar

Kommentar verfassen