Limburg an der Lahn

Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden

Limburg 8465 Einwohner – 1900

Limburg an der Lahn vom Greifenberg
Limburg an der Lahn vom Greifenberg

 

Neben der Stadt Limburg an der Lahn in der Provinz Hessen-Nassau existieren:

  1. Limburg, (Dolhain-Limburg) eine Stadt im Königreich Belgien in der Provinz Lüttich, Arrond. Verviers, an der Vesdre, mit Station Dolhain an der Eisenbahn Verviers-Aachen und der Nebenbahn Dolhain-Eupen, ehemals Hauptstadt des Herzogtums Limburg (zuletzt 1675 von Ludwig XIV. zerstört), besteht aus der Unterstadt Dolhain mit Tuchfabriken und Hochöfen und der Oberstadt auf einem steilen Felsen, mit den Ruinen des Schlosses Limburg (Stammsitz des alten herzoglichen Geschlechts von Limburg) und einem neuern Schlösschen. Limburg hat eine im gotischen Stil erbaute Kirche, eine Staats-Knabenmittelschule und im Jahr 1904 = 4757 Einwohner. Von dieser Stadt hat der Limburger Käse seinen Namen, der vorzüglich in Herve, westlich von Limburg, bereitet und weit versendet wird.
  2. Limburg, ein Benediktinerkloster bei Dürkheim.
  3. Limburg an der Lenne, seit 1876 nennt sich die Stadt Hohenlimburg. Hohenlimburg ist eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Iserlohn. Sie liegt an der Lenne, 123 Meter über dem Meer und an der Staatsbahnlinie Hagen-Betzdorf und der elektrischen Straßenbahn Hohenlimburg-Hagen. Hohenlimburg hat zwei evangelische und eine katholische Kirche, Synagoge, Schloss, Amtsgericht, Drahtzieherei und Weberei, Hammerwerke, ein Puddlings- und Walz- und ein Stahlwerk, Fabrikation von Messinggußwaren, Werkzeugen, Tuch etc., Zeugdruckerei und Färberei, Leinweberei, Kalkbrennerei. Die Stadt hat im Jahr 1900 = 8111 meist evangelische Einwohner. Hohenlimburg ist der Hauptort der Grafschaft Limburg des Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg-Rheda; das Schloß Hohenlimburg liegt auf einem Berg über der Stadt. Die alten Grafen von Limburg starben 1508 aus, ihre Besitzungen gingen auf die Grafen von Neuenahr und um 1600 auf die Grafen von Bentheim-Tecklenburg über.
  4. Limburg, eine Ruine am Rhein, bei Sasbach
  5. Limburg, ist auch ein ehemals zu den Vereinigten Niederlanden gehöriges Gebiet, welches 1839 unter dem Königreich der Niederlande und Belgien aufgeteilt wurde:
  • Niederländisch-Limburg, Provinz des Königreichs der Niederlande. Der niederländische Teil gehörte als „Herzogtum Limburg“ bis 1866 zum Deutschen Bund.
  • Belgisch-Limburg, Provinz des Königreichs Belgien.

 

Limburg an der Lahn

Limburg an der Lahn ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden. Sie liegt an der Lahn und 108 Meter über dem Meer und ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Koblenz-Lollar, Engers-Limburg und Frankfurt a. M.-Höchst-Limburg. Die Stadt hat eine evangelische und 3 katholische Kirchen, darunter den herrlichen, neu restaurierten Dom (im Übergangsstil 1213–43 erbaut) auf steilem Felsen, mit 7 Türmen nebst Domstift (aus einem 910 gegründeten, 1802 aufgehobenen Kollegiatstift entstanden, mit alten Wandmalereien), Synagoge, ein altes Schloss, neues, schönes Rathaus, Priesterseminar, Gymnasium mit Realprogymnasium, höhere Handelsschule für Mädchen, ist Sitz eines Bischofs und eines Domkapitels, eines Landgerichts, einer Handelskammer, einer Nebenstelle der Reichsbank und von 2 Spezialkommissionen etc.

Im Jahr 1900 leben hier 8465 Einwohner, die Mehrheit sind Katholiken, 2390 sind Evangelische und 240 Juden. Limburg hat Eisengießerei und Maschinenfabriken, Blechwaren-, Malz- und Seifenfabrikation, Mineralmühlen, Ziegeleien, Bierbrauerei, ein Elektrizitätswerk, Bergbau auf Eisenerz und eine Eisenbahnhauptwerkstätte. Limburg gehörte schon im 12. Jahrhundert den späteren Fürsten von Isenburg und war bis 1414 Sitz einer Linie derselben. Durch Kauf kam es dann an das Erzstift Trier. Hier und bei Diez am jenseitigen Lahnufer kam es am 16. September 1796 zum Treffen zwischen den Franzosen unter Jourdan und den Österreichern unter dem Erzherzog Karl, wobei letztere Sieger blieben. Die Stadt besitzt eine interessante, unter dem Namen „Limburger Chronik“ bekannte Handschrift.