Eupen

Kreisstadt und Luftkurort im Königreich Preußen, Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Aachen

Eupen 14.297 Einwohner (1905)

Eupen, Panorama der Unterstadt
Eupen, Panorama der Unterstadt

 

Eupen

Eupen ist Kreisstadt und Luftkurort im Königreich Preußen, Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Aachen, liegt am Hohen Venn, an der Mündung der Helle in die Weser (Vesdre) und 256 Meter über dem Meer.

Die Stadt ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Herbesthal-Raeren und einer belgischen Nebenbahn Eupen hat eine evangelische und 4 katholische Kirchen, Progymnasium, Waisenhaus, Irrenanstalt, Amtsgericht, Oberförsterei, Handelskammer, Nebenstelle der Reichsbank, Wasserheilanstalt, Tuchfabrikation, Kamm- und Streichgarnspinnerei, Filz-, Seifen-, Leder-, Maschinen- und Papierhülsenfabrikation, Färberei, Steinbrüche etc. Im Jahr 1900 leben hier 14.297 meist katholische Einwohner. In der Nähe befinden sich große Forste und der belgische Hertogenwald.

Eupen gehörte bis zum Lüneviller Frieden zum österreichischen Herzogtum Limburg und kam 1814 an das Königreich Preußen. Nach dem I. Weltkrieg bestimmte 1919 der Versailler Vertrag im Artikel 34.:

„Deutschland verzichtet außerdem zugunsten Belgiens auf alle Rechte und Ansprüche auf das gesamte Gebiet der Kreise Eupen und Malmedy. Während sechs Monaten nach Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrags werden von der belgischen Behörde in Eupen und Malmedy Listen ausgelegt; die Einwohner dieser Gebiete sind berechtigt, darin schriftlich den Wunsch auszudrücken, dass diese Gebiete ganz oder teilweise unter deutscher Souveränität verbleiben. Es ist Sache der belgischen Regierung, das Ergebnis dieser Äußerung der Bevölkerung zur Kenntnis des Völkerbundes zu bringen, dessen Entscheidung anzunehmen sich Belgien verpflichtet.“

Die Belgier drohen der Bevölkerung Eupens mit Vertreibung, Kürzung der Lebensmittelkarten und Ausschluss vom Geldumtausch. Am 24. Juli 1920 stimmen unter diesem Druck nur 270 von rund 35.000 Stimmberechtigten gegen einen Anschluß beider Kreise an Belgien, obwohl Eupen zu 100 Prozent deutschsprachig ist. Die deutsche Regierung protestiert am 9. Juli 1920 erfolglos gegen diese Manipulation. Belgien annektiert die Städte Eupen, Malmedy und St. Vith.

Im II. Weltkrieg marschiert die Wehrmacht am 10. Mai 1940 in Belgien ein, das am 28. Mai kapituliert. Eupen, Malmedy und St. Vith werden dem Deutschen Reich wieder angegliedert. Nach Kriegsende wird die Grenze von 1920 wieder hergestellt. In Eupen befindet sich heute der Regierungssitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft und der Verwaltungssitz der Euregio Maas-Rhein. Noch immer sind über 90 % der Einwohner deutschsprachig.

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