Weida, Heimatfest 18. 19. 20. Juli 1914

Weida

Weida im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Weida 8441 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Weida i. Th.
Weida i. Th.

Weida im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Weida ist eine Stadt im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Neustädter Kreis, Verwaltungsbezirk V.

Weida liegt an der Mündung der Auma in den Fluss Weida (linker Nebenfluss der Weißen Elster) und 223 Meter über dem Meer. Weida ist mit drei Bahnhöfen Knotenpunkt der preußischen, bez. sächsischen Staatsbahnlinien Leipzig-Probstzella und Werdau-Mehltheuer. Die Stadt Weida hat eine evangelische und eine katholische Kirche, 2 Kirchenruinen, ein altes Schloss (Osterburg), ein Bismarckdenkmal, Realschule, Amtsgericht, Jutespinnerei und -Weberei, Woll- und Baumwollwaren-, Teppich-, Schuh- und Zigarrenfabrikation, Färberei und Gerberei.

Weida, Markt mit Rathaus
Weida, Markt mit Rathaus

Im Jahr 1905 lebe in Weida 8441 Einwohner, der Großteil sind Evangelische, 565 sind Katholiken und 5 Juden. In der Nähe befindet sich die Klosterruine Mildenfurt (jetzt Kammergut). Weida, zuerst 824 erwähnt, erscheint um 1080 als Marktort und war der Sitz der Vögte von Weida, die 1427 Stadt und Umgegend an Meißen verkauften. Die 1122 genannte Ministerialenfamilie von Weida, die bald darauf in die Reichsministerialität aufstieg, setzte sich zu Anfang des 12. Jahrhunderts im Elstergebiet und bald darauf in Weida fest.

Weida, Wilhelm-Platz mit Bürgerschule und Schloss
Weida, Wilhelm-Platz mit Bürgerschule und Schloss

Bei der ältesten Burg (anstelle des späteren „Freihauses“) entstand wohl Mitte des 12. Jahrhunderts in einer Flussschlinge das Dorf, die spätere Altstadt, mit der Marienkirche (Widenkirche – 1504 durch einen Brand zerstört), in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde am Flussübergang der Straße von Gera nach Greiz die eigentliche (Neu-)Stadt mit der Peterskirche auf dem linken Ufer der Weida angelegt, möglicherweise im Anschluss an eine bei der Nikolaikirche zu vermutende Kaufmannssiedlung. 1209 wird Weida als civitas, 1267 die Neustadt ausdrücklich genannt, im 14. Jahrhundert waren beide Städte von einer Mauer umschlossen.

Weida vom Tülkenberge
Weida vom Tülkenberge

Bei der Neustadt erbauten die Vögte von Weida eine neue Burg (seit dem 17. Jahrhundert „Osterburg“) als Herrschaftssitz und Stammburg der Vögte von Weida und des späteren fürstlichen Hauses Reuß. Das Dominikaner-Nonnenkloster wird 1293, das Franziskanerkloster 1267 erstmals erwähnt. 1354 kam die Herrschaft Weida zunächst unter wettinische Lehnsherrschaft, 1410/27 vollkommen unter die Landesherrschaft der Wettiner, 1485 wurde Weida ernestinisch, fiel als Amtshauptort 1567 an das albertinische Kursachsen und 1816 an das Großherzogtum Sachsen-Weimar. 1656/1718 gehörte es zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Zeitz, dessen Residenz es 1717/18 war.

Weida, Schloss Osterburg
Weida, Schloss Osterburg

Der 1427 bezeugte Rat hatte später die Nieder- und Obergerichte inne. Im Mittelalter hatte ein Landdekan des Bistums Naumburg seinen Sitz in Weida. 1525 schloss sich die Stadt den aufständischen Bauern des Vogtlandes an. 1815 waren eine Papiermühle, ein Eisenhammer und 5 Mahlmühlen in Betrieb, unter den Handwerkern dominierten die Schlosser und die Töpfer. 1836 wurden 3481 Einwohner gezählt. 1871 erhielt Weida Bahnverbindung nach Gera und Saalfeld, 1876 nach Werdau, 1883 nach Mehltheuer.

Weida, Portal und Wandelgang der Bismarck-Schule
Weida, Portal und Wandelgang der Bismarck-Schule

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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