Blankenburg am Harz

Kreisstadt und Luftkurort im Herzogtum Braunschweig

Blankenburg am Harz 10.173 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Blankenburg (Harz)
Blankenburg (Harz)

 

Neben der Stadt Blankenburg am Harz existiert im Deutschen Reich (Kaiserreich):

Blankenburg am Harz

Blankenburg am Harz ist eine Kreisstadt und Luftkurort im Herzogtum Braunschweig. Sie liegt am Nordrande des Harzes, 234 Meter über dem Meer und an der Eisenbahn Halberstadt-Blankenburg-Tanne. Die Stadt hat 2 evangelische und eine katholische Kirche, ein Schloss auf dem Blankenstein, mit Tiergarten, Gymnasium, Musikschule, 2 Nervenheilanstalten, Amtsgericht, Kreisdirektion, Oberforstamt, Elektrizitätswerk, Eisensteingruben, Kunstgießerei (Harzer Werke), Sandsteinbrüche, Steinhauerei, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei, Garten- und Obstbau und Samenhandel. Im Jahr 1900 leben hier mit der Garnison (ein Infanteriebataillon Nr. 165) 10.173 meist evangelische Einwohner.

In der Umgegend befinden sich im Osten die Klippenreihe der Teufelsmauer, mit Aussicht vom Großvaterstuhl (319 m) und Sandsteinbrüchen, im Norden der Regenstein, im Westen der Ziegenkopf (408 m), mit Aussichtsturm und Wirtshaus, der Eichenberg (426 m), mit Aussichtsturm (Kaiserwarte), und noch weiter das ehemalige Kloster Michaelstein (jetzt Domäne). Blankenburg bildete früher unter dem Namen Hartingau eine Grafschaft und war Lehen des Bistums Halberstadt. Zu Anfang des 12. Jahrhunderts mit der Grafschaft Regenstein vereinigt, gehörte Blankenburg von 1192–1368 einer Seitenlinie an. Nach dem Tode des letzten Grafen, Johann Ernst, fiel die Grafschaft 1599 dem Herzog von Braunschweig zu. 1690 wurde Blankenburg Ludwig Rudolf, dem zweiten Sohn Anton Ulrichs von Wolfenbüttel, übergeben, 1707 zum Fürstentum erhoben und 1714–31 selbständig regiert, dann aber, weil Ludwig Rudolf Herzog wurde, für immer mit Braunschweig vereint. In Blankenburg wohnte Ludwig XVIII. als Graf von Lille vom 24. August 1796 bis 10. Februar 1798. Von 1807–13 gehörte Blankenburg zum Königreich Westfalen.