Blankenburg in Thüringen, seit 1911 Bad Blankenburg

Stadt im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, Oberherrschaft

Blankenburg in Thüringen 2808 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Blankenburg, Schwarzatal, Georgplatz mit Denkmal
Blankenburg, Schwarzatal, Georgplatz mit Denkmal

 

Neben der Stadt Blankenburg in Thüringen existiert im Deutschen Reich (Kaiserreich):

Blankenburg in Thüringen

Blankenburg in Thüringen ist eine Stadt und Luftkurort im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, Oberherrschaft. Sie liegt am Zusammenfluss der Rinne u. Schwarza, am Eingang in das Schwarzatal, 226 Meter über dem Meer und ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Arnstadt-Saalfeld und Blankenburg-Schwarza. Die Stadt hat eine evangelische Kirche, ein Denkmal des Fürsten Georg von Schwarzburg-Rudolstadt und des Pädagogen Fr. Fröbel, ein Moorbad, Holzwaren- und Schlauchfabrikation, Holzschleiferei, Gerberei, Wollspinnerei, Maschinenfabrik, Steinbrüche und Sägemühlen. Im Jahr 1900 leben hier 2808 Einwohner. In der schönen Umgegend stehen viele Villen. Nördlich liegt auf einem 160 m hohen Kalkfelsen die große Ruine des Schlosses Greifenstein, eine der schönsten Ruinen Thüringens. Von Heinrich I. erbaut, war das Schloß von 1275–1583 der Sitz einer Seitenlinie der Grafen von Schwarzburg, der beide jetzt regierenden Linien des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt und des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen entstammen.

Im Bereich des um Saalfeld gelegenen gelegenen, 1208 vom deutschen König an die Grafen von Schwarzburg verpfändeten Krongutes war die 1280 urkundlich erwähnte Blankenburg (seit Mitte des 17. Jahrhundert Greifenstein genannt) im späteren Mittelalter ein wichtiger Herrschaftssitz der Grafen, seit dem 16. Jahrhundert verfiele sie weitgehend. An sie anschließend entstand wohl um Mitte des 13. Jahrhunderts die 1323 als „oppidum“ genannte , planmäßig angelegte, ummauerte Stadt mit einem seit Ende des 14. Jahrhunderts nachzuweisenden Rat, dem nur die Niedergerichte zustanden. Das Ackerbürgerstädtchen trieb einst Weinbau und Holzhandel; Bergbau auf Eisen, Kupfer und Silber ist 1323 bezeugt, ein 1411 genanntes Hammerwerk wurde 1597 in eine Papiermühle umgewandelt. 1834 hatte Blankenburg 1256 Einwohner. Am 28. Juni 1840 richtete hier Friedrich Fröbel den ersten deutschen Kindergarten ein, im gleichen Jahr wurde eine Prießnitzsche Kaltwasserheilanstalt eröffnet und Blankenburg seitdem als Kurort aufgesucht. Die Bezeichnung Bad darf die Stadt seit 1911 führen. Eisenbahnanschluss erfolgte 1884 nach Schwarza, 1895 nach Saalfeld und Stadtilm.