Hymne Württembergs - Heil unserm König, Heil!

Württembergische Hymnen

Die Geschichte der württembergischen Hymnen, die Hymne des Königreichs Württemberg „Heil unserm König, Heil!“ und „Der reichste Fürst – Preisend mit viel schönen Reden

Preisend mit viel schönen Reden
Preisend mit viel schönen Reden

Die Württemberg-Hymnen „Der reichste Fürst“ und „Heil unserm König, Heil!“

Die 1818 entstandene Württemberg-Hymne „Der reichste Fürst“ oder auch „Preisend mit viel schönen Reden“ ist zwar schon über 200 Jahre alt, aber es ist nicht die Hymne des Königreichs Württemberg. Die württembergische Volks- oder Königshymne lautet bis 1918: „Heil unserem König, Heil!“ und wird, wie viele andere deutsche Hymnen auch, nach der Melodie der englischen Hymne „God save the King bzw. Queen“ gesungen. Die älteste dokumentierte Aufführung stammt aus dem Jahre 1823, als dem Kronprinzen und späteren König Wilhelm I. von Württemberg am 6. März 1823 ein Sohn geboren wurde, veranstalteten patriotische Bürger Stuttgarts eine Freudenfeier und dabei wurde „Segne, Gott, unseren Herrn!“ nach der Melodie „God save the King“ gesungen. Der genaue Wortlaut des Liedes ist ebenso wie das genaue Jahr der Entstehung nicht bekannt, jedoch scheint das Lied schon vor 1823 bekannt gewesen zu sein. Als König Wilhelm I. von Württemberg 1841 sein 25jähriges Thronjubiläum feierte, beteiligte sich das ganze Volk daran. In einem zeitgenössischen Bericht aus der königlichen Bibliothek zu Stuttgart findet man die Aussage: „Die Winzer haben im Schlosshof das Vaterlandslied Heil unserem König, Heil! geblättelt.

Württembergische Königshymne - Heil unserm König, Heil!
Württembergische Königshymne - Heil unserm König, Heil!

Die Königshymne im Königreich Württemberg:

Text: unbekannter Verfasser
Melodie nach „God save the King“, Henry Carey (1663-1747).

1. Heil unserm König, Heil!
Heil unserm Fürsten, Heil!
Dem Edlen Heil!
Herr Gott, dich loben wir,
Herr Gott, wir flehn zu dir:
O segn‘ ihn für und für!
Dem Fürsten Heil!

2. Herr, Herr, wir schaun empor
Zu dir; der Treuen Chor
Fleht Segen ihm.
Verleih ihm Glück und Ehr‘,
Sei du ihm Schirm und Wehr!
Wer liebt sein Volk wie er?
Dem Edlen Heil!

3. Laß deine milde Hand
Auf unserm Vaterland
Und Fürsten ruhn!
Er sei gerecht wie du,
Erhalt‘ uns Fried‘ und Ruh‘!
Froh jauchzt sein Volk ihm zu:
Dem Guten Heil!

4. Sein Volk mit Herz und Mund
Verehr‘ im Bruderbund
Als Vater ihn!
Herr, laß durch sein Bemühn
Der Völker Segen blühn,
Erhalt‘ und schütze ihn!
Dem König Heil!

Heil Württemberg!

Anlässlich der Silbernen Hochzeit des württembergischen Königspaares am 8. April 1911 veröffentlichte die Schriftstellerin Frida Hummel unter dem Pseudonym Frida von Kronoff ein „Neues Württemberger Lied: Heil Württemberg!“

Neues Württemberger Lied: Heil Württemberg!
Neues Württemberger Lied: Heil Württemberg!

Heil Württemberg!

Text: Frida von Kronoff (19.02.1853 – 30.11.1929), 1911
Komponiert von Karl Butscher

1. Es blüht in Deutschlands Gauen
Ein Ländchen, schmuck und fein,
Umhegt von grünen Auen,
Umkränzt von edlem Wein.
Des Volkes emsig Regen
Wirkt ihm sein Festgewand:
I: Heil dir und Gottes Segen,
Mein Württemberger Land! :I

2. Wo furchtlos treu die Söhne
Das Landes stehn geschart,
Ist Zucht und keusche Schöne
Der Töchter edle Art.
So gehn auf lichtem Pfade
Sie einig Hand in Hand:
I: Heil dir und Gottes Gnade,
Mein Württemberger Land! :I

3. Wie Kunst und Wissen weihen
Der Mühsal den Gewinn,
So fördern dein Gedeihen
Des Königs edler Sinn;
Ihm schließt dich eng zur Seiten
Der Liebe festes Band:
I: Heil dir für alle Zeiten,
Mein Württemberger Land! :I

Der reichste Fürst

Noch heute gilt sie als die Hymne Württembergs, „Der reichste Fürst“ bzw. „Preisend mit viel schönen Reden“ von Justinus Kerner (1786–1862) im Jahre 1818 entstanden. Der Komponist ist unbekannt, jedoch scheint die Melodie der Marseillaise diesen stark beeinflusst zu haben. Diese Ballade ist eine Ode an die Menschen in Württemberg, ein Land mit damals kleinen Städten, großen Wäldern und ohne bedeutende Bodenschätze; der größte Reichtum des Landes sind die fleißigen und treuen Untertanen. Das Lied erfreute sich großer Beliebtheit und gilt auch heute noch als die eigentliche Hymne Württembergs.

Hymne Württembergs - Der reichste Fürst
Hymne Württembergs - Der reichste Fürst

Der reichste Fürst

Text: Justinus Kerner (1818)

1. Preisend mit viel schönen Reden
Ihrer Länder Wert und Zahl,
Saßen viele deutsche Fürsten,
Einst zu Worms im Kaisersaal.

2. Herrlich, sprach der Fürst von Sachsen,
Ist mein Land und seine Macht,
Silber hegen seine Berge
Wohl in manchem tiefen Schacht.

3. Seht mein Land in üppger Fülle,
Sprach der Kurfürst von dem Rhein,
Goldne Saaten in den Talern,
Auf den Bergen edler Wein!

4. Große Städte, reiche Kloster,
Ludwig, Herr zu Bayern, sprach,
Schaffen, daß mein Land den Euern
Wohl nicht steht an Schätzen nach.

5. Eberhard, der mit dem Barte,
Württembergs geliebter Herr,
Sprach: Mein Land hat kleine Städte,
Trägt nicht Berge silberschwer;

6. Doch ein Kleinod halt’s verborgen:
Daß in Wäldern noch so groß
Ich mein Haupt kann kühnlich legen
Jedem Untertan in Schoß.

7. Und es rief der Herr von Sachsen,
Der von Bayern, der vom Rhein:
Graf im Bart! Ihr seid der reichste,
Euer Land trägt Edelstein!

Quellenhinweise:

  • „Meyers Kleines Konversations-Lexikon“, 7. Auflage in 6 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1908
  • „Die Volkshymnen“ Prof. Dr. O. Boehm, Wismar 1901

Ein Kommentar

  1. Die Württemberger hatten sogar einmal eine Besitzung links des Rheins: die Grafschaft Mömpelgard (Montbéliard). Zur Zeit der Entstehung der Hymnen war das Gebiet allerdings wieder bei Frankreich; Spuren der Württemberger Zeit gibt es aber bis in die Gegenwart.

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