Königgrätz

Königgrätz, Großer Marktplatz
Königgrätz, Großer Marktplatz

Königgrätz in Böhmen im Kaisertum Österreich, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Königgrätz 9767 Einwohner (1900)

Hradec Králové (Königgrätz), Malé náměstí (Kleiner Marktplatz)
Hradec Králové (Königgrätz), Malé náměstí (Kleiner Marktplatz)

Königgrätz

Königgrätz (tschech. Hradec Králové, „Königingrätz“) ist eine Stadt in Böhmen im Kaisertum Österreich.

Königgrätz
Königgrätz

Königgrätz liegt 244 m ü. M., an der Mündung der Adler in die Elbe, sowie an den Linien Pardubitz-Seidenberg der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn, Chlumetz-Mittelwalde der Österreichischen Nordwestbahn und Königgrätz-Wostroměř der böhmischen Kommerzialbahnen. Königgrätz ist Sitz eines Bischofs, einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts und einer Finanzbezirksdirektion. Die Stadt Königgrätz hat eine gotische Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert, eine bischöfliche Residenz mit Bibliothek, ein Obergymnasium, Lehrerbildungsanstalt, Oberrealschule,

Königgrätz, Grand Hotel
Königgrätz, Grand Hotel

Handelsakademie, Fachschule für Kunstschlosserei, eine theologische Diözesanlehranstalt, ein Knabenseminar, Museum, Taubstummeninstitut, eine Musikinstrumentenfabrik, zwei Klavier- und Orgelfabriken, eine Dachpappen- und eine Seifenfabrik, eine Bierbrauerei, eine Filiale der Österreichisch-Ungarischen Bank und eine Sparkasse. Im Jahr 1900 leben in Königgrätz 9767 meist tschechische Einwohner (2256 Militärpersonen). Die Stadt war bis 1884 Festung. Südwestlich liegt Kuklena (mit Maschinenfabrik, Gerberei, Zuckerfabrik und 2912 Einwohner), südöstlich Neu-Königgrätz (2685 Einwohner).

Königgrätz
Königgrätz

Königgrätz, eine alte Ansiedelung, unter König Przemysl Ottokar I. zur Stadt erhoben, wurde 1363 der Königin Elisabeth als Witwensitz zugeteilt, von welcher Zeit an der Ort den Namen Königgrätz statt des bisherigen Hradec (Grätz) erhielt. Königgrätz litt viel im Hussitenkrieg (1424 wurde Ziska hier begraben) sowie im Dreißigjährigen Krieg und in den Kriegen unter König Friedrich II. von Preußen. 1765 wurde mit den Festungsbauten begonnen, die erst 1893 vom Ärar der Stadt verkauft und von dieser geschleift wurden.

Schlacht bei Königgrätz

Nach Königgrätz wird in der preußischen Kriegsgeschichte die entscheidende Schlacht „Schlacht bei Königgrätz“ des Deutschen Krieges (Preußisch-deutschen Kriegs) am 3. Juli 1866 benannt, die vielfach (besonders von französischer Seite) auch als die „Schlacht von Sadowa“ bezeichnet wird. Mit Unrecht, da bei diesem Dorf weder das Hauptquartier des Siegers war, noch die Entscheidung fiel. Eher könnte Chlum Anspruch darauf erheben, die Schlacht mit seinem Namen zu bezeichnen.

Königgrätz (tschechisch Hradec Králové) ist heute eine Stadt in der Tschechischen Republik.

Quellenhinweise:

  • „Allgemeines Ortschaften-Verzeichnis der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“, Wien 1902
  • „Andrees neuer allgemeiner und österreichisch-ungarischer Handatlas“, 1904
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Österreichs Hort – Geschichts- und Kulturbilder aus den Habsburgischen Erbländern“, 1908
  • „Österreichische Bürgerkunde – Handbuch der Staats und Rechtskunde“ um 1910
  • „Mein Österreich – Mein Heimatland“ 1915

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Kolin

 

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