Ellwangen

Ellwangen a. J., Stiftskirche
Ellwangen a. J., Stiftskirche

Ellwangen im Königreich Württemberg, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Ellwangen 4747 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Ellwangen/Jagst, Gesamtansicht
Ellwangen/Jagst, Gesamtansicht

Ellwangen im Königreich Württemberg

Ellwangen ist eine Stadt im Königreich Württemberg und Hauptstadt des Jagstkreises, eine der sogenannten guten Städte.

Landkarte Elsass-Lothringen, Baden, Württemberg, Pfalz
Landkarte Elsass-Lothringen, Baden, Württemberg, Pfalz

Ellwangen liegt im Virngrund an der Jagst, an der Staatsbahnlinie Krailsheim-Goldshöfe und 439 Meter über dem Meer. Die Stadt Ellwangen hat eine evangelische und 5 katholische Kirchen, darunter die romanische Stiftskirche (1100–1124 erbaut) und die St. Wolfgangskirche, ein Gymnasium (im ehemaligen Jesuitenkollegium), eine Realschule, eine Ackerbauschule (im Schloß Hohen-Ellwangen), reiche Stiftungen etc.

Ellwangen a. Jagst
Ellwangen a. Jagst

Ellwangen ist Sitz der Kreisregierung, eines Oberamts, Landgerichts, von vier Forstämtern, besitzt Fabrikation von Schäften, Pergamenthülfen und Briefumschlägen, Gerberei, einen berühmten Pferdemarkt (sogenannter Kalter Markt im Januar) und Wollmarkt. Im Jahr 1900 leben in Ellwangen 4747 meist katholische Einwohner. Auf einem der beiden Hügel, zwischen denen die Stadt liegt, steht das 1354 erbaute Schloss Hohen-Ellwangen, auf dem anderen, dem Schönenberg, die im Jesuitenstil erbaute Wallfahrtskirche der Maria von Loreto. Zum Landgerichtsbezirk Ellwangen gehören die sieben Amtsgerichte: Aalen, Ellwangen, Gmünd, Heidenheim, Neresheim, Schorndorf und Welzheim.

Ellwangen, Schönenberg
Ellwangen, Schönenberg

Ellwangen erhielt um die Mitte des 14. Jahrhunderts Stadtrecht. Es war bis 1802 die Hauptstadt der gefürsteten Propstei Ellwangen, die vor 1803: 385 km² (7 Quadratmeilen) mit 25.000 Einwohnern umfasste. Das Kloster soll bereits 764 von Herulf, Bischof von Langres, gestiftet sein, ist aber erst 814 urkundlich nachweisbar. Unter den Äbten ragt Kuno (1188–1218), ein vertrauter Ratgeber König Friedrichs II., hervor. 1459 wurde die Abtei mit Bewilligung des Papstes Pius II. säkularisiert und in ein Ritterstift verwandelt, an dessen Spitze der bisherige Abt nun als gefürsteter Propst trat. 1803 kam Ellwangen an Württemberg. Der letzte Propst war Klemens Wenzel, Prinz von Sachsen († 1812).

Ellwangen, Schönenberg
Ellwangen, Schönenberg

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

Ähnliche Beiträge

Vorherige SeiteNächste Seite
StuttgartEßlingen

Kommentar verfassen