Herne

Stadt im Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Landkreis Bochum

Herne 33.265 Einwohner – 1905 = 118. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Herne, Partie am Hafen
Herne, Partie am Hafen

Herne in Westfalen

Herne ist eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Landkreis Bochum, im Ruhrkohlengebiet, an einem Zweige des Dortmund-Emskanals. Die Stadt ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Essen-Herne, Duisburg-Hamm, Ruhrort-Dortmund u. a..

Herne hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Synagoge, Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I., Realschule mit Progymnasium, Bergvorschule, Amtsgericht, Bergrevier, eine Nebenstelle der Reichsbank, Maschinen-, Kessel- und Herdfabriken, Steinkohlenbergbau.

1847 war Herne noch ein Dorf mit 999 Einwohnern, 1895 waren es schon 19.304. Im Jahr 1900 leben hier 27.863 Einwohner, der Großteil sind Katholiken, 13.425 sind Evangelische und 272 Juden.

 

Um 880 erscheint der Name Hernes erstmals urkundlich als Haranni. Gvezelino de Strunkede erscheint 1142 als Zeuge in einer Essener Urkunde. Die Strünkeder Ritter und Freiherren, die ihre Burg im Stadtteil Baukau hatten, stehen im Dienst der Grafen und Herzöge von Kleve und erhalten wichtige Staatsämter unter den brandenburger Kurfürsten und Preußischen Königen. Sie bleiben bis zu ihrem Aussterben am Ende des 18. Jahrhundert Grund-, Gerichts- und kirchliche Patronatsherren über Herne. Die Reformation wurde 1561 eingeführt. Auf dem Wiener Kongress (18. September 1814 – 9. Juni 1815) werden die Provinzen Westfalen und Rheinland dem Königreich Preußen zugesprochen. Mit der Einrichtung der Eisenbahnstrecke Köln-Minden 1847 beginnt der Aufstieg Hernes vom Dorf zur Industriestadt. Die erste Zeche (Shamrock) wird 1856 eingerichtet. 1897 wird Herne zur Stadt erhoben, 1906 kreisfreie Stadt. Das neue Rathaus wurde 1912 fertiggestellt, der Rhein-Herne-Kanal 1914.