Braunsberg in Ostpreußen

Braunsberg O.-Pr., Königliches Lehrerseminar
Braunsberg O.-Pr., Königliches Lehrerseminar

Braunsberg in Ostpreußen im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Braunsberg 12.497 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Braunsberg, Langgasse
Braunsberg, Langgasse

Neben der Stadt Braunsberg in Ostpreußen existiert in Österreich:

  • Braunsberg (tschech. Brušperk), Stadt im Kaisertum Österreich, Markgrafschaft Mähren, Bezirkshauptmannschaft Mistek, an der Ondřejnica, mit alter Pfarrkirche, Kalk- und Ziegelwerken und (1900) 3290 tschechischen Einwohnern.

Braunsberg in Ostpreußen im Königreich Preußen

Braunsberg ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Königsberg.

Landkarte Ostpreussen
Landkarte Ostpreussen

Braunsberg liegt an der schiffbaren Passarge, die sich 7 km von hier in das Frische Haff ergießt, ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Güldenboden-Königsberg und Braunsberg-Mehlsack sowie der Haffuferbahn.

Braunsberg, Markt mit Kasino
Braunsberg, Markt mit Kasino

Die Stadt Braunsberg hat eine evangelische und 4 katholische Kirchen, eine Synagoge, eine katholische Akademie mit theologischer und philosophischer Fakultät (Lyzeum Hosianum, nach dem Bischof Stanislaus Hosius, † 1579, benannt), katholisches Gymnasium, katholisches Schullehrerseminar, Präparandenanstalt, 2 Waisenhäuser, Landgestüt, Landgericht, Reichsbanknebenstelle, Hauptsteueramt, Handelskammer, Leder-, Seifen-, Hut-, Filzwaren- und Maschinenfabrikation, eine große Mühle, Bierbrauerei, Handel mit Getreide und Flachs, Dampfschiffverbindung mit Königsberg und Pillau.

Braunsberg O.-Pr., Königliches Lehrerseminar
Braunsberg O.-Pr., Königliches Lehrerseminar

Im Jahr 1900 leben in Braunsberg mit der Garnison (ein Grenadierbataillon Nr. 3) 12.497 Einwohner, die Mehrzahl Katholiken, 3935 sind Evangelische und 99 Juden. Zum Bezirk des Landgerichts Braunsberg gehören die zehn Amtsgerichte zu Braunsberg, Heiligenbeil, Liebstadt, Mehlsack, Mohrungen, Mühlhausen, Pr.-Holland, Saalfeld, Wormditt und Zinten. Die Stadt Braunsberg wurde 1255 neben dem schon 1241 angelegten Schloss vom Deutschen Orden gegründet, trat dann der Hanse bei und schwang sich zur Hauptstadt des Ermelandes empor. Während des Dreißigjährigen Krieges fiel Braunsberg 1626 an Schweden, 1637 an Polen zurück; 1772 kam es an Preußen.

Braunsberg, Partie beim Königlichen Ober-Lyzeum
Braunsberg, Partie beim Königlichen Ober-Lyzeum

Am Ende des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945), am 20. März 1945 wurde die Stadt Braunsberg von der Roten Armee erobert und anschließend polnischer Verwaltung unterstellt. Die Bevölkerung, soweit nicht bereits geflohen, wurde ermordet, verschleppt und vertrieben. Die Polen nennen die Stadt nun Braniewo.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911
  • „Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit“ von Heinz Nawratil, Universitas 2007

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