Coswig in Anhalt

Stadt im Herzogtum Anhalt, Kreis Zerbst

Coswig in Anhalt 7817 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Coswig in Anhalt, Rathaus
Coswig in Anhalt, Rathaus

 

Neben der Stadt Coswig in Anhalt existiert im Deutschen Reich (Kaiserreich):

  • Coswig in Sachsen, ein Dorf im Königreich Sachsen, Amtshautmannschaft Meißen, Kötzschenbroda mit im Jahr 1911 = 3462 Einwohner.

 

Coswig (Koswig) in Anhalt

Coswig (Koswig) in Anhalt ist eine Stadt im Herzogtum Anhalt, Kreis Zerbst. Sie liegt an der Elbe und der Staatsbahnlinie Falkenberg-Roßlau. Die Stadt hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Synagoge, Schloss (jetzt Landesstrafanstalt), Amtsgericht, Oberförsterei, chemische Fabrik, Fabrikation von Tonwaren und Tonröhren, Kokosteppichen, Hartsteinen, Metallgeweben, Papier, Zündwaren und Sprengstoff, Farbenwerke, ein Kieselgurwerk, eine Schiffsseilerei, Handelsgärtnereien, Holzsägewerke, Ziegeleien und Bierbrauerei. Im Jahr 1900 leben hier 7817 meist evangelische Einwohner. In der Nähe liegt das Jagdschloss Hubertusberg mit Bismarckturm. Coswig wird schon 1187 urkundlich erwähnt.

Die Burg war Mittelpunkt eines 1187 genannten Burgwards, bei ihr entwickelte sich an der Straße von Magdeburg nach Wittenberg die 1215 als oppidum bezeugte Stadt mir einer auf Kaufleute hinweisenden Nikolaikirche. Bei einer Marienkapelle gründete ein Graf von Anhalt ein Stift, dem 1230 die Nikolaikirche einverleibt wurde, bis sie 1272 dem neuerrichteten Dominikaner-Nonnenkloster übereignet wurde. Die mit Toren, Wall und Graben gesicherte Stadt trieb Tuchweberei, Töpferei, Hopfenanbau und Schifffahrt auf der Elbe. Anstelle der mehrfach als fürstlicher Witwensitz genutzten Burg wurde Ende des 17. Jahrhunderts das Schloss erbaut, das im 19/20 Jahrhundert als Strafanstalt diente. Die Stadt gehörte von 1603 bis 1793 zum Fürstentum Anhalt-Zerbst, bis 1863 zu Anhalt-Bernburg, danach zum Herzogtum Anhalt. 1818 hatte sie 2399 Einwohner. 1841 kam Bahnverbindung nach Dessau und Wittenberg zustande.