Harzgerode

Harzgerode, Bergstadt
Harzgerode, Bergstadt

Harzgerode im Herzogtum Anhalt, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Harzgerode 4299 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Harzgerode im Harz
Harzgerode im Harz

Harzgerode im Herzogtum Anhalt

Harzgerode ist eine Stadt im Herzogtum Anhalt, Kreis Ballenstedt.

Landkarte Provinz Sachsen, Anhalt
Landkarte Provinz Sachsen, Anhalt

Harzgerode liegt auf dem Unterharz, an der Eisenbahn Gernrode-Harzgerode und 395 Meter über dem Meer. Die Stadt Harzgerode hat eine evangelische Kirche, Synagoge, altes Schloss mit Mineraliensammlung, Monumentalbrunnen, Amtsgericht, Oberförsterei, Fabrikation von Lampen, Kunstguss, künstlichen Blumen und Gaskochapparaten. Im Jahr 1900 leben in Harzgerode 4299 Einwohner Harzgerode war im 14. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Mansfeld, kam später an die Grafen von Stolberg, zuletzt an Anhalt. 1630–1709 war es Residenz der Linie Anhalt-Bernburg-Harzgerode.

Harzgerode, Markt mit Rathaus und Kirchturm
Harzgerode, Markt mit Rathaus und Kirchturm

Das Gebiet um Harzgerode gehörte 993 dem Kloster Hagenrode, Tochterkloster des Klosters Nienburg, dem damals für diesen Ort das Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen wurde. Die Marktstätte entwickelte sich zum Mittelpunkt des Nienburger Besitzes im Harz, seit der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts geriet sie unter die Herrschaft der Fürsten von Anhalt, die als Nienburger Klostervögte damals eine Burg bauten. Der zur Stadt heranwachsende Ort wurde 1338 zur civitas erhoben. Die 1338 genannte Stadtkirche gehörte zum Bistum Halberstadt. Dem 1401 genannten Rat standen seit 1510 die Niedergerichte nur über das Rathaus und die Häuser zu.

Harzgerode, Schlossplatz
Harzgerode, Schlossplatz

Im 16. Jahrhundert war der Silberbergbau erfolgreich, 1694 wurde ein Bergamt errichtet und 1854 wieder aufgelöst, nachdem der Bergbau unrentabel geworden war; um 1900 kam er völlig zum Erliegen. Im 17. Jahrhundert entstanden Eisen- und Silberhütten, im 19. Jahrhundert ein Eisenwerk. Mit der Gründung von Alexisbad 1810 zog der Fremdenverkehr ein. Das anstelle der Burg erbaute Schloss war von 1635 bis 1709 Residenz eines eigenen Fürstentums Anhalt-Bernburg-Harzgerode. 1830 hatte Harzgerode 2361 Einwohner. Seit 1888 besteht Bahnverbindung nach Gernrode, es kam die Fabrikation künstlicher Blumen auf.

Harzgerode, Bergstadt
Harzgerode, Bergstadt

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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Coswig i. A.Jeßnitz

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