Berka a. d. Ilm, seit 1911 Bad Berka

Bad Berka, Am Mühlgraben
Bad Berka, Am Mühlgraben

Bad Berka im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Bad Berka 2116 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Gruss aus Bad Berka
Gruss aus Bad Berka

Neben der Stadt Berka an der Ilm (seit 1911 Bad Berka) existieren im Deutschen Reich (Kaiserreich):

  1. Berka/Werra, Stadt im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Verwaltungsbezirk Verwaltungsbezirk Eisenach, an der Werra, hat eine evangelische Kirche, Pelzzurichterei, Bierbrauerei, eine Kunstmühle und (1900) 1001 Einwohner.
  2. Berka vor dem Hainich, Dorf im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Verwaltungsbezirk Verwaltungsbezirk Eisenach mit im Jahr 1910 = 861 Einwohner.
  3. Berka bei Sondershausen, Dorf im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen mit im Jahr 1910 = 780 Einwohner.
  4. Berka, Dorf im Königreich Preußen, Provinz Hannover, Kreis und Amtsgericht Northeim mit im Jahr 1910 = 646 Einwohner.

 

Berka a. d. Ilm, seit 1911 Bad Berka im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Berka ist Stadt und Badeort im Großherzogtum Sachsen-Weimar (Thüringen), Verwaltungsbezirk Weimar.

Mitteldeutschland Thüringische Staaten (Oberstufen-Atlas für höhere Lehranstalten Gotha Justus Perthes 1914)
Mitteldeutschland Thüringische Staaten (Oberstufen-Atlas für höhere Lehranstalten Gotha Justus Perthes 1914)

Bad Berka liegt an der Ilm, 279 Meter über dem Meer und ist Knotenpunkt der Eisenbahnen WeimarKranichfeld und Berka-Blankenhain.

Bad Berka, Kurhaus
Bad Berka, Kurhaus

Die Stadt Bad Berka hat eine evangelische Kirche, eine Schwefel- und eine Eisenquelle, ein Kiefernnadel-, ein Moor- und ein Sandbad, Ziegenmolkenanstalt, Kunstmühle, Zement- und Holzpappenfabrikation. Im Jahr 1900 leben in Berka 2116 Einwohner. In der Nähe die Kurhäuser Schloss Rodberg und Sophienhöhe und das Genesungsheim Sophienheilstätte.

Bad Berka, Am Mühlgraben
Bad Berka, Am Mühlgraben

In dem 1119 genannten Kirchdorf hatten die 1154 bezeugten Grafen von Berka auf einer Wasserburg ihren Stammsitz, wo sie auch 1248 ein Zisterzienser-Nonnenkloster errichteten. Nach ihrem Aussterben wurde die Burg 1277 zerstört. Von den Grafen von Orlamünde ging die Lehnsherrlichkeit über Berka an die Wettiner über, unter denen die seit 1321 belehnten Herren von Blankenhain den Ort innehatten.

Bad Berka, Kirchstraße
Bad Berka, Kirchstraße

Unter ihnen entwickelte sich das Dorf 1414 erstmals so genannten, im 15. Jahrhundert ummauerten Stadt, deren Ratsverfassung 1444 ausgebildet war. Die Gerichtsbarkeit blieb bei der Grundherrschaft, die auf dem am Ende des 13. Jahrhunderts erbauten, bis 1633 verfallenen Schloss nördlich der Stadt Berka ihren Sitz hatte. Die Einwohner ernährten sich von der Landwirtschaft, Handwerk, Holzhandel, Köhlerei und Sandsteinbrechen.

Bad Berka, Hotel Deutscher Kaiser
Bad Berka, Hotel Deutscher Kaiser

Das im Bauernkrieg 1525 teilweise zerstörte Kloster wurde durch die Reformation aufgelöst. 1605/08 fiel Berka an das Herzogtum Sachsen-Weimar und war von 1631 bis 1850 Sitz eines Amtes. Ein Großbrand vernichtete 1816 den größten Teil der Stadt mit fast 90 Wohngebäuden. Unter Leitung des Baumeisters C.W. Coudray aus Weimar erfolgte der Wiederaufbau. Die 1812 entdeckte Schwefel- und Eisenquelle gaben den Anstoß zur Entwicklung als Kurort.

Bad Berka, Carl August-Quelle
Bad Berka, Carl August-Quelle

1911 erhielt Berka die Bezeichnung Bad. 1830 hatte Berka 1053 Einwohner. Bahnverbindung besteht seit 1887 nach Weimar, seit 1888 nach Kranichfeld. Nach 1888 entstanden Holzschleiferei, Sägewerk, eine Pappenfabrik und ein Zementwerk. Die Sophienheilstätte für Schwindsüchtige in München bei Bad Berka wurde 1898 eröffnet.

Bad Berka, Sophienheilstätte
Bad Berka, Sophienheilstätte

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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