Dermbach

Flecken im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Eisenacher Kreis und Hauptort des Verwaltungsbezirks IV

Dermbach 1135 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Dermbach (Feldabahn)
Dermbach (Feldabahn)

 

Dermbach

Dermbach ist ein Flecken im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Eisenacher Kreis und Hauptort des Verwaltungsbezirks IV. Es liegt an der Felda und der Eisenbahn Salzungen-Kaltennordheim. Der Ort hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Bezirksdirektion, Betriebsverwaltung der Feldabahn, Oberförsterei, treibt Korkschneiderei, Holzschnitzerei und Möbelfabrik. Im Jahr 1900 leben hier 1135 Einwohner.

Dermbach bildete während des Deutschen Krieges, am 4. Juli 1866 den Schauplatz des ersten Kampfes zwischen der preußischen Mainarmee und den Bayern. Die einzelnen Gefechte fanden bei Zella und bei Wiesenthal-Roßdorf statt. Von preußischer Seite erhielt die 13. Division unter General von Goeben den Auftrag, die Bayern durch einen Angriff an der beabsichtigten Vereinigung mit dem 8. Bundeskorps zu hindern. Die Brigade Kummer nahm die Dörfer Neidhartshausen und Zella, drängte den Feind bis Diedorf zurück, stieß hier auf das Gros der Division Zoller und trat nach heftigem Kampfe dem Befehl Vogel von Falckensteins gemäß den Rückzug an. Zu gleicher Zeit nahm auf dem linken preußischen Flügel die Brigade Wrangel das Dorf Wiesenthal, erstürmte den Nebelberg (Tod des bayrischen Generals von Faust) und drängte die Division Hartmann nach Roßdorf zurück. Ein Angriff auf Roßdorf unterblieb, weil Goeben den Abbruch des Gefechts befahl und die Brigade nach Dermbach zurückberief. Die Preußen hatten zwar keinen entscheidenden Sieg erfochten; doch erreichte Falckenstein seinen Zweck, indem sich die Bayern über die Rhön nach Kissingen zurückzogen und die Vereinigung mit dem 8. Korps ausgaben. Die Preußen verloren am 4. Juli 1866 344 Mann an Toten und Verwundeten, die Bayern 403 Mann an Toten, Verwundeten und Vermissten.