Gehren

Gehren, Fürst Karl Günther-Denkmal auf dem langen Berg
Gehren, Fürst Karl Günther-Denkmal auf dem langen Berg

Gehren im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Gehren 2917 Einwohner – 1910

Gehren, Amts-Straße
Gehren, Amts-Straße

Gehren im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen

Gehren (Amt-Gehren) ist eine Stadt im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, Oberherrschaft.

Mitteldeutschland Thüringische Staaten (Oberstufen-Atlas für höhere Lehranstalten Gotha Justus Perthes 1914)
Mitteldeutschland Thüringische Staaten (Oberstufen-Atlas für höhere Lehranstalten Gotha Justus Perthes 1914)

Gehren liegt an der Eisenbahnlinie Ilmenau-Großbreitenbach und 483 Meter über dem Meer. Die Stadt Gehren hat eine evangelische Kirche, ein fürstliches Schloss, Landratsamt, Amtsgericht, Forstamt, Fabriken für Holzwaren, Farben und gestrickte Puppen, Sägemühlen, Holzhandel. Im Jahr 1900 leben in Gehren 2648 evangelische Einwohner. Bei Gehren  befindet sich die Porzellanfabrik Günthersfeld (früher fürstliches Hüttenwerk).

Gehren, Obere Marktstraße mit Marktplatz
Gehren, Obere Marktstraße mit Marktplatz

Das an der Straße von Erfurt nach Eisfeld gelegene Dorf wird 1299 erstmals genannt. Mit einem Schloss fiel es Ende des 15. Jahrhunderts an die Grafen von Schwarzburg, die hier 1564 ein Amt einrichteten. 1584 kam Gehren zu Schwarzburg-Rudelstadt und 1599 zu Schwarzburg-Sondershausen. 1720 bis 1740 residierten hier der Fürst von Schwarzburg-Sondershausen. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gilt Gehren als Marktflecken mit eigenem Rat, erhielt jedoch erst 1855 Stadtrecht.

Gehren, Hirschsaal im Fürstlichen Schloss
Gehren, Hirschsaal im Fürstlichen Schloss

Im 15. Jahrhundert entstand eine Eisenhütte, auch Waldnutzung (Harz, Pech, Holzkohle), Frachtfuhrwesen und Holzwarenerzeugung nährten die Bewohner, von denen um Mitte des 19. Jahrhunderts viele auswanderten. 1816 hatte Gehren 1355 Einwohner. Die Industrialisierung brachte Glas-, Spielwaren- und Porzellanfabriken. Die Bahnverbindungen wurde 181 nach Ilmenau und 1883 nach Großbreitenbach hergestellt. 1912 wurde Gehren Sitz eines Landratsamtes.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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