Gehren

Stadt im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, Oberherrschaft

Gehren 2917 Einwohner – 1910

Gehren, Amts-Straße
Gehren, Amts-Straße

Gehren

Gehren (Amt-Gehren) ist eine Stadt im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, Oberherrschaft. Sie liegt an der Eisenbahnlinie Ilmenau-Großbreitenbach und 483 Meter über dem Meer. Die Stadt hat eine evangelische Kirche, ein fürstliches Schloss, Landratsamt, Amtsgericht, Forstamt, Fabriken für Holzwaren, Farben und gestrickte Puppen, Sägemühlen, Holzhandel. Im Jahr 1900 leben hier 2648 evangelische Einwohner. Dabei die Porzellanfabrik Günthersfeld (früher fürstliches Hüttenwerk).

Das an der Straße von Erfurt nach Eisfeld gelegene Dorf wird 1299 erstmals genannt. Mit einem Schloss fiel es Ende des 15. Jahrhunderts an die Grafen von Schwarzburg, die hier 1564 ein Amt einrichteten. 1584 kam Gehren zu Schwarzburg-Rudelstadt und 1599 zu Schwarzburg-Sondershausen. 1720 bis 1740 residierten hier der Fürst von Schwarzburg-Sondershausen. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gilt Gehren als Marktflecken mit eigenem Rat, erhielt jedoch erst 1855 Stadtrecht. Im 15. Jahrhundert entstand eine Eisenhütte, auch Waldnutzung (Harz, Pech, Holzkohle), Frachtfuhrwesen und Holzwarenerzeugung nährten die Bewohner, von denen um Mitte des 19. Jahrhunderts viele auswanderten. 1816 hatte Gehren 1355 Einwohner. Die Industrialisierung brachte Glas-, Spielwaren- und Porzellanfabriken. Die Bahnverbindungen wurde 181 nach Ilmenau und 1883 nach Großbreitenbach hergestellt. 1912 wurde Gehren Sitz eines Landratsamtes.