Ilmenau, Moltke- und Alexanderstraße

Ilmenau

Ilmenau im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Ilmenau 10.416 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Ilmenau, Markt mit Rathaus und Schloss
Ilmenau, Markt mit Rathaus und Schloss

Ilmenau im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Ilmenau ist eine Stadt und Kurort im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Weimarscher Kreis im Verwaltungsbezirks I (Weimar), liegt am Nordfuß des Thüringer Waldes und 473 Meter über dem Meer.

Die Stadt Ilmenau ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Neudietendorf-Ilmenau und Ilmenau-Schleusingen und der Eisenbahn Ilmenau-Großbreitenbach. Ilmenau hat 2 evangelische Kirchen, katholische Kapelle, großherzogliches Schloss, Denkmäler der Dichter Victor von Scheffel (* 16. Februar 1826 in Karlsruhe – † 9. April 1886 Karlsruhe), und Friedrich Hofmann (* 18. April 1813 in Coburg – † 14. August 1888 in Ilmenau), die beide oft hier weilten.

Ilmenau, Lindenstraße
Ilmenau, Lindenstraße

An Bildungseinrichtungen und sonstigen Anstalten verfügt die Stadt Ilmenau über ein Technikum (höhere Fachschule für Maschineningenieure und Elektrotechniker, Werkmeister, Müller etc.), Realschule, Fachschule für Glasinstrumentenmacher, ein Fräuleinstift, Amtsgericht, Bergamt, Oberförsterei, Prüfungsanstalt für Glasinstrumente, Wasserheilanstalt und ein Sanatorium für Nervenkranke.

Ilmenau, Moltke- und Alexanderstraße
Ilmenau, Moltke- und Alexanderstraße

Die Industrie in Ilmenau erstreckt sich auf Porzellanfabrikation, Porzellanmalerei, Fabrikation von Glas und Glasinstrumenten, Terralithwaren, Spielwaren, Puppen, Handschuhen, Schuhwaren, Buchdruckfarben, Kartonnagen und Etuis, Gerberei, Dampfschleiferei, eine Kunstanstalt, Sägemühlen, Bergbau auf Flußspat. Im Jahr 1900 leben in Ilmenau 10.416 meist evangelische Einwohner.

Ilmenau, Marktstraße
Ilmenau, Marktstraße

Die Zahl der Badegäste betrug 1903 über 6000. In der Nähe der 873 m hohe Kickelhahn. Südöstlich von diesem liegt das einsame Gabelbachhaus, Eigentum der „Gemeinde Gabelbach“, eines poetisch angehauchten Sonnabend-Stammtisches, zu der auch V. v. Scheffel als Gemeindepoet gehörte. Früher den Grafen ven Käfernburg gehörig, dann 1343-–1583 ein Teil der Grafschaft Henneberg, kam Ilmenau 1631 in den Besitz Kursachsens und später Weimars. Noch jetzt führt Ilmenau den Titel einer Bergstadt.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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