Frankenhausen am Kyffhäuser, seit 1927 Bad Frankenhausen

Stadt im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt und Hauptstadt der Unterherrschaft

Frankenhausen 6374 Einwohner – 1900

Frankenhausen, Anger und Kräme
Frankenhausen, Anger und Kräme

Neben der Stadt Frankenhausen existiert im Deutschen Reich (Kaiserreich):

  • Frankenhausen, eine Landgemeinde im Königreich Sachsen, Kreis- und Amtshauptmannschaft Zwickau, an der Pleiße, hat eine evangelische Kirche, eine Kunstwollfabrik, Mühlen und im Jahr 1900 = 2001 Einwohner.

 

Frankenhausen am Kyffhäuser

Frankenhausen ist eine Stadt im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt und Hauptstadt der Unterherrschaft. Sie liegt an einem künstlichen Arm der Wipper (zur Saale) und der Staatsbahnlinie Bretleben-Sondershausen, zwischen Kyffhäuser und Hainleite. Frankenhausen hat 3 evangelische Kirchen, ein fürstliches Schloss, Realprogymnasium, Technikum, Amtsgericht, ein Salzwerk mit besuchtem Solbad und Heilanstalt für skrofulöse Kinder, Rettungshaus, Fabriken für Zigarren, Zucker, Knöpfe aus Perlmutter und Steinnuß, Bierbrauereien, Braunkohlengruben. Sandstein- und Syenitbrüche.

Im Jahr 1900 leben hier 6374 Einwohner. In der Nähe das fürstliche Jagdschloss Ratsfeld und weiterhin der Kyffhäuser mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal (Kyffhäuserdenkmal), sowie die 2 km lange Falkenburger Höhle (Barbarossahöhle, unter der Falkenburg) mit stehenden Gewässern und wunderbaren Gipsbildungen. Bei Frankenhausen wurde am 15. Mai 1525 das Heer der aufständischen Bauern unter Thomas Münzer von den verbündeten sächsischen und hessischen Fürsten an dem davon benannten Schlachtberg geschlagen.

Der vor 900 erwähnte Ort entstand als fränkische Siedlung in Thüringen. Als Reichsgut geriet er seit dem 11. Jahrhundert nacheinander an die Grafen von Weimar-Orlamünde, von Rothenburg und von Bleichingen, 1340 kam er an die Grafen von Schwarzburg und gehörte 1599 bis 1918 zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt als Hauptort von dessen Unterherrschaft mit eigenen Landesbehörden. 1818 wurde ein Solbad für Heilzwecke eingerichtet, seit 1876 wird es auch als Kinderheilbad genutzt. 1894 kam eine Bahnverbindung nach Brettleben, 1898 nach Sondershausen zustande. 1896 wurde das Technikum eröffnet.