Lobenstein

Stadt im Fürstentum Reuß jüngere Linie

Lobenstein 2835 Einwohner – 1900

Lobenstein, Am Parkteich
Lobenstein, Am Parkteich

 

Lobenstein

Lobenstein ist eine Stadt im Fürstentum Reuß jüngere Linie. Sie war früher Haupt- und Residenzstadt der Linie Reuß-Lobenstein-Ebersdorf, liegt an der Lemnitz, der Staatsbahnlinie Triptis-Marxgrün und 503 Meter über dem Meer. Lobenstein hat eine evangelische Kirche, ein fürstliches Schloss mit Park, Schlossruine, Denkmäler Kaiser Wilhelms I. und Bismarcks, Amtsgericht, Bergamt, Stahlbad (1905: 700 Kurgäste), Bierbrauerei, Zigarren- und Lederfabrikation und im Jahr 1900 = 2835 meist evangelische Einwohner. In der Nähe liegt Lemnitzhammer mit Zwirnerei und der Heinrichstein mit schöner Aussicht.

1250 wird Lobenstein als Rittersitz erwähnt, der wahrscheinlich von den Herren von Lobdeburg gegründet worden war. Seit 1278 sind die Vögte von Gera als Besitzer der Burg nachzuweisen, die als Mittelpunkt einer kleinen Herrschaft seit 1371 unter böhmischer Lehnshoheit stand. 1597 bis 1918 gehörte sie zur Herrschaft Reuß jüngere Linie. Von 1647 bis 1848 residierte hier die Linie Reuß-Lobenstein. Die schon im Dreißigjährigem Krieg wüste Burg wurde als Residenz 1601 vom Neuen Schloß abgelöst, das wiederum nach dem Brande von 1714 durch ein zweites Schloß im Tal ersetzt wurde. Die Stadt entstand an der Straße von Leipzig nach Bamberg bereits im 13. Jahrhundert. Die Stadt war ummauert. Unter den Erwerbszweigen ragten früher die Tuchmacherei, die Leinen- und Baumwollweberei und die Gerberei hervor. 1833 gab es 3274 Einwohner. Neben Schleiz und Hirschberg bildete Lobenstein 1848 ein Zentrum der bürgerlichen Bewegung. 1862 vernichtete ein Stadtbrand fast alle historischen Bauwerke. Seit 1896 besteht Bahnverbindung nach Triptis, seit 1907 nach Saalfeld.