Schleiz

Stadt im Fürstentum Reuß jüngere Linie

Schleiz 5577 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Schleiz
Schleiz

 

Schleiz

Schleiz ist die Haupt- und Residenzstadt des früheren Fürstentums Reuß-Schleiz. Seit der Vereinigung der beiden Fürstentümer Reuß jüngere Linie (1848) die zweite Residenz des Landes. Die Stadt liegt an der Wiesental sowie an der sächsischen Staatsbahnlinie Schleiz-Schönberg und 442 Meter über dem Meer. Schleiz hat ein fürstliches Residenzschloss, 3 evangelische Kirchen (darunter die altertümliche Bergkirche mit der fürstlichen Gruft), Gymnasium, Schullehrerseminar, Taubstummenanstalt, Idiotenanstalt, ein Arbeitshaus, die fürstliche Kammer, ein Amtsgericht, ein Landratsamt (für den Oberländischen Bezirk), einen fürstlichen Marstall, Fabrikation von Metall-, Holz- und Spielwaren, Gerberei, Bierbrauerei etc., besuchte Vieh- und Schweinemärkte. Im Jahr 1905 leben hier 5577 Einwohner. Schleiz ist Geburtsort Böttgers, des Erfinders des Porzellans.

In der Nähe befindet sich das Lustschloss Heinrichsruhe und 4 km südwestlich Schloss Burgk. An der Stelle des jetzigen Residenzschlosses in Schleiz stand eine slawische Befestigung; der Ort, urkundlich zuerst 1273 als Slowitz erwähnt, erhielt 1359 städtische Rechte. Im Hussiten- und im Dreißigjährigen Krieg hatten die Bewohner sehr viel zu leiden und 1689, 1837 und 1850 brannte der Ort größtenteils ab. Vom 13.–16. Jahrhundert bestand hier eine Niederlassung des Deutschen Ordens. Am 9. Oktober 1806 siegten hier die Franzosen unter Davout über die Preußen unter Tauentzien.