S.M.S. Blücher (1908)

S.M.S. Blücher
S.M.S. Blücher

S.M.S. Blücher (1908), Großer Kreuzer der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Blücher, Großer Kreuzer
S.M.S. Blücher, Großer Kreuzer

S.M.S. Blücher (1908) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Blücher
Namensherkunft:Blücher, Gebhard Leberecht von Blücher (1742 - 1819), preußischer Generalfeldmarschall
Stapellauf:11.04.1908 in  Kiel  ( Kaiser Wilhelm Werft Kiel )
Schiffsklasse:Panzerkreuzer
Schwesterschiffe:Einzelschiff
Besatzung:ca. 888 Mann
Maße:Länge 161,8 m Breite 24,5 m Tiefgang: 8,8 m
Wasserverdrängung:15 800 Tonnen
Maschinenleistung:32.000 PS, 3 stehende vierzylindrige Dreifachexpansionsmaschinen
Maximale Geschwindigkeit:25,8 kn
Bewaffnung:12 x 21 cm Schnellfeuerkanonen, 8 x 15 cm Schnellfeuerkanonen, 16 x 8,8 cm Schnellfeuerkanonen, Torpedos
Ende:Untergang in der Schlacht auf der Doggerbank am 25.01.1915

S.M.S. Blücher (1908) – Geschichte

S.M.S. Blücher
S.M.S. Blücher

S.M.S. Blücher nahm am 25. Januar 1915 an der Schlacht auf der Doggerbank teil. Die 1. Aufklärungsgruppe besteht aus den Großen Kreuzern:

S.M.S. Seydlitz als Flaggschiff Hippers mit Kommandant Kapitän zur See von Egidy
S.M.S. Derfflinger mit Kommandant Kapitän zur See von Reuter
S.M.S. Moltke mit Kommandant Kapitän zur See von Levetzow
S.M.S. Blücher mit Fregattenkapitän Erdmann

S.M.S. Blücher
S.M.S. Blücher

Um 11.30 Uhr verursacht ein feindlicher Treffer eine verhängnisvolle Wirkung. Er ist in die tief im Schiff liegende Munitionstransportbahn gedrungen und hat etwa 40 Kartuschen entzündet. Stichflammen schlagen in zwei Türme. Fast alle Bedienungsmannschaften waren augenblicklich tot, sie starben einen grausamen Tod: „… ein Tod ohne Blut, ohne Leichen. Nachdem die Stichflamme zusammengefallen ist, gehen weiche, schwarze Flocken nieder.„, schrieb später Theodor Plievier über derartige Explosionen.

S.M.S. Blücher, Backbordseite
S.M.S. Blücher, Backbordseite

Alle Befehlsübermittlungseinrichtungen für Schiffsführung und Artillerie fallen in einem Augenblick aus. Gleichzeitig durchschlagen Splitter die Hauptdampfrohrleitungen im dritten Heizraum, der Dampfdruck in der Maschine fällt, das Schiff kann nur noch 17 sm laufen und fällt zurück.

S.M.S. Blücher brennt
S.M.S. Blücher brennt

Den Endkampf der Blücher schildert ein englischer Augenzeuge von H.M.S. Arethusa so: „Das Schiff war kaum zu verfehlen, da es fast still lag. Ein zweiter Torpedo traf die Blücher voll mittschiffs. Die Mannschaft hielt sich schneidig bis zum letzten Augenblick. Wir sahen die Besatzung auf Deck aufgestellt und salutierend. Es war ein packender Anblick. Jeder, der ein Gefühl besaß, mußte eine solche Kaltblütigkeit bewundern. Als wir den zweiten und letzten Torpedo losgelassen hatten, wußten wir, daß das Ende schnell kommen mußte, und fuhren bis auf 200 Meter an die Blücher heran.

S.M.S. Blücher kentert und sinkt, "Blücher nach siegreicher Seeschlacht auf der Doggerbank 24.1.15"
S.M.S. Blücher kentert und sinkt, „Blücher nach siegreicher Seeschlacht auf der Doggerbank 24.1.15“

Die Mannschaft wäre stramm salutierend in den Tod gegangen, wenn wir nicht Sirenenwarnsignale gegeben hätten. Einer der Offiziere rief auf deutsch hinüber, was vor sich ging. Die Deutschen verstanden es und schwenkten die Mützen, riefen Hurra und sprangen über Bord. Wir verloren keinen Augenblick, sondern warfen sofort zahlreiche Planken über Bord, an denen sich sich festhielten, bis sie unsere Boote auffischten. Inzwischen hatte unser Torpedo sein Ziel erreicht, das Schiff versank in den Fluten. Der Kommandant der Blücher, Kapitän zur See Erdmann, der sich unter den Geretteten befand, starb wenige Tage darauf an Lungenentzündung. Er wurde in Edinburgh mit militärischen Ehren beigesetzt.

Beim Untergang S.M.S. Blücher am 25. Januar 1915 in der Schlacht auf der Doggerbank fanden 792 Seeleute den Tod.

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

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