Hadersleben

Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Schleswig-Holstein, Regierungsbezirk Schleswig

Hadersleben 9201 Einwohner – 1905

Hadersleben, Stadtbild
Hadersleben, Stadtbild

Hadersleben

Hadersleben (Haderslev) ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Schleswig-Holstein, Regierungsbezirk Schleswig, an der Haderslebener Föhrde, einem schmalen, vom Kleinen Belt aus 14 km sich landeinwärts erstreckenden Meeresarm. Sie ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Woyens-Hadersleben und von drei Linien der Haderslebener Kreisbahn, hat 2 evangelische Kirchen (darunter die schöne Marienkirche), Denkmäler Kaiser Wilhelms I. und des Herzogs Hans des älteren von Schleswig-Holstein, Kriegerdenkmal.

Die Stadt besitzt Gymnasium mit Realschule, Prediger- und Schullehrerseminar, Amtsgericht, Hauptzollamt, Eisengießerei mit Maschinenfabrik, Fabrikation von Kautabak und einen Hafen. Im Jahr 1900 leben hier mit der Garnison (ein Bataillon Infanterie Nr. 84) 9201 meist evangelische Einwohner. Hadersleben erhielt 1292 von Herzog Waldemar IV. Stadtrecht. Zum Herzogtum Schleswig gehörig, wurde es im 15. Jahrhundert Gegenstand des Streites zwischen den Herzogen von Schleswig und Holstein. Infolge davon riss es König Erich der Pommer an sich und schlug es zu Dänemark; aber König Christoph III. gab es dem Herzog Adolf von Schleswig zurück. Hadersleben ist der Geburtsort der dänischen Könige Friedrich II. (1534) und Friedrich III. (1609). Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg und dem Deutschen Krieg fiel Hadersleben 1866 an das Königreich Preußen.

Nach dem 1. Weltkrieg bestimmte der Versailler Vertrag eine Volksabstimmung in Nordschleswig. Um Dänemark den gewünschten Gebietsgewinn sicherzustellen wurde Nordschleswig in zwei Abstimmungszonen eingeteilt. In der nördlichen Zone votieren erwartungsgemäß 74,2 % der Stimmberechtigten für Dänemark, in der südlichen 80 % für Deutschland. Hadersleben wurde infolge der Abtrennung Nordschleswigs von Deutschland 1920 Dänemark angegliedert. Die Dänen nennen die Stadt Haderslev.