Ostrowo, Ring, Nordseite mit Kriegerdenkmal

Ostrowo

Ostrowo im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Ostrowo 13.115 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Ostrowo, Kirchstraße
Ostrowo, Kirchstraße

Ostrowo in Posen im Königreich Preußen

Ostrowo ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Posen, Regierungsbezirk Posen, unweit des Olobok.

Ostrowo, Wappen
Ostrowo, Wappen

Ostrowo ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Posen-Kreuzburg und Lissa-Skalmierzyce. Ostrowo hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Synagoge, ein Denkmal des Kaisers Wilhelm I., Gymnasium und 2 Waisenhäuser. An Anstalten und Einrichtungen haben ihren Sitz in der Stadt ein Landgericht, Hauptzollamt, den Stab der 77. Infanteriebrigade und eine Nebenstelle der Reichsbank.

Ostrowo, Breslauerstraße
Ostrowo, Breslauerstraße

An Industrieanlagen besitzt die Stadt Ostrowo 2 Dampfmahl- und eine Dampfsägemühle, eine Dampfbrauerei und Ziegelbrennerei. Im Jahr 1905 leben in Ostrowo mit der Garnison (ein Infanterieregiment Nr. 155 und eine Eskadron Ulanen Nr. 1) 13.115 Einwohner, die überwiegende Mehrheit sind Katholiken, 4427 sind Evangelische und 746 Juden.

Ostrowo, Am Markt
Ostrowo, Am Markt

Zum Landgerichtsbezirk Ostrowo gehören die acht Amtsgerichte zu Adelnau, Jarotschin, Kempen, Koschmin, Krotoschin, Ostrowo, Pleschen und Schildberg.

Ostrowo, Kalischerstraße
Ostrowo, Kalischerstraße

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) bestimmte der Versailler Vertrag 1919 die Abtretung der Provinzen Posen und Westpreußen an Polen. Nur kleine Teile der Provinzen verblieben bei Deutschland. Diese wurde als Grenzmark Posen-Westpreußen zusammengefasst und Schneidemühl die neue Provinzhauptstadt.

Ostrowo, Bahnhofstraße
Ostrowo, Bahnhofstraße

Ostrowo wurde von Polen annektiert und nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 dem Deutschen Reich wieder eingegliedert. Ende Februar 1945 eroberte die Rote Armee die Stadt und unterstellt sie der polnischen Verwaltung. Die verbliebene deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die Polen nennen die Stadt nun Ostrów Wielkopolski.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911
  • „Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit“ von Heinz Nawratil, Universitas 2007

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Lissa

 

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