Rüdesheim am Rhein, Restaurant Reinhalle

Rüdesheim

Rüdesheim im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Rüdesheim 4773 Einwohner (1905) – Städte im Kaiserreich

Rüdesheim am Rhein
Rüdesheim am Rhein

Rüdesheim im Königreich Preußen

Rüdesheim ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Rheingaukreis.

Rüdesheim liegt in herrlicher Lage am Fuß des Niederwaldes und am Rhein, Bingen gegenüber, 78 Meter über dem Meer und ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Hochheim-Horchheim und der Zahnradbahn nach dem Niederwald. Rüdesheim hat eine evangelische und eine katholische Kirche, letztere mit bemerkenswerten alten Wandgemälden, Synagoge, einen Winterhafen, Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, berühmten Weinbau, der eine Fläche von ungefähr 210 Hektar einnimmt, Schaumweinfabrikation, ein Elektrizitätswerk, Weinhandel und Schifffahrt.

Gruss vom Rhein - Rüdesheim - Bingen
Gruss vom Rhein – Rüdesheim – Bingen

Im Jahr 1905 lebenin Rüdesheim 4773 Einwohner, davon 912 Evangelische und 92 Juden. Die besten Weinlagen sind: der Rüdesheimer Berg (dessen Anpflanzung man Karl d. Großen zuschreibt), Hinterhaus und Rottland. Am Rhein liegt die noch bewohnte Nieder- oder Brömserburg (jetzt Eigentum der Grafen von Ingelheim), ein viereckiger, dachloser Mauerkoloß aus dem 13. Jahrhundert, damals neben der unweit von Rüdesheim liegenden Burg Ehrenfels häufig Sitz der Mainzer Erzbischöfe, und unweit davon die modern renovierte Boosenburg.

Nationaldenkmal auf dem Niederwald mit Blick auf Rüdesheim
Nationaldenkmal auf dem Niederwald mit Blick auf Rüdesheim

In Rüdesheim selbst sind noch der Brömserhof (Coudenhovensche Hof), mit alten Wandgemälden, im oberen Teil der Stadt, aus dem 15. Jahrhundert (jetzt Armen- und Wohltätigkeitsanstalt), und der Adlerturm (Rest der ehemaligen Stadtbefestigung) zu erwähnen. Der Ort gehörte im Mittelalter einem angesehenen Adelsgeschlecht, das sich dann in die Füchse von Rüdesheim und die Brömser von Rüdesheim teilte. Erstere starben im 15. Jahrhundert, letztere 1668 aus.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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