Spandau

Spandau, Rathaus
Spandau, Rathaus

Spandau im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Spandau 70.301 Einwohner – 1905 = 57. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Spandau, Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Spandau, Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Spandau in Brandenburg im Königreich Preußen

Spandau (Spandow) ist eine Stadt (Stadtkreis), bis 1904 Festung, im Königreich Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam und Knotenpunkt der Linien Berlin-Nauen und Berlin-Wustermark. Sie liegt am Einstrom der Spree in die Havel und 32 Meter über dem Meer.

Landkarte Brandenburg
Landkarte Brandenburg

Spandau hat 4 evangelische Kirchen (darunter die Nikolaikirche aus dem 14. Jahrhundert), eine katholische Kirche, Synagoge, ein Kriegerdenkmal, Standbilder des Kurfürsten Joachim II., des Kaisers Wilhelm I., Kaisers Friedrich III. und Bismarcks, ein Gymnasium, eine Realschule, eine Infanterieschießschule, Amtsgericht, Zentralfestungsgefängnis, königliche Artilleriewerkstatt, Geschützgießerei, Gewehr-, Armeekonserven-, Munitions- und Pulverfabrik und Feuerwerkslaboratorium.

Spandau, Potsdamer-Straße
Spandau, Potsdamer-Straße

Ferner betreibt man Fabrikation von Maschinen, Armaturen, elektrischen Glüh- und Minenzündern, Zündwaren, von Feld- und Kleinbahnbedarf (Aktiengesellschaft vormals Orenstein und Koppel), Porzellan und Militärzelten, Chemikalien, Bierbrauerei, Sägewerke, Schifffahrt, Pferdehandel etc. Den Verkehr in der Stadt vermittelt eine elektrische Straßenbahn. Im Jahr 1905 leben hier mit der Garnison (ein Garderegiment zu Fuß Nr. 5, ein Garde-Grenadierregiment Nr. 5, ein Garde-Fußartillerieregiment, ein Pionierbataillon Nr. 3 und ein Trainbataillon Nr. 3) 70.295 Einwohner, der Großteil sind Evangelische, 8907 sind Katholiken und 318 Juden.

Spandau, Juliusturm
Spandau, Juliusturm

In der Zitadelle steht der Juliusturm mit dem deutschen Reichskriegsschatz. Spandau, seit 1232 Stadt, war später mehrfach Residenz der Kurfürsten von Brandenburg, besaß seit 1319 Mauern und erhielt 1626–48 Festungswerke, die 1842–54 zeitgemäß umgebaut wurden. 1631–34 wurde Spandau den Schweden eingeräumt, am 25. Oktober 1806 von Beneckendorf den Franzosen übergeben, am 26. April 1813 den Preußen unter General von Thümen.

Spandau, Bahnhofsplatz
Spandau, Bahnhofsplatz

Im Rahmen der Bildung von Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 wurde Spandau eingemeindet und der damals achte Bezirk Berlins. Nach der Einnahme von Berlin durch die Rote Armee Anfang Mai 1945 wurde die Stadt in vier Sektoren aufgeteilt und Spandau dem Britischen Sektor zugeteilt.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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