Gräfenthal

Gruss aus Gräfenthal
Gruss aus Gräfenthal

Gräfenthal im Herzogtum Sachsen-Meiningen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Gräfenthal 2351 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Gräfenthal in Thüringen
Gräfenthal in Thüringen

Gräfenthal im Herzogtum Sachsen-Meiningen

Gräfenthal ist eine Stadt im Herzogtum Sachsen-Meiningen, Kreis Saalfeld.

Mitteldeutschland Thüringische Staaten (Oberstufen-Atlas für höhere Lehranstalten Gotha Justus Perthes 1914)
Mitteldeutschland Thüringische Staaten (Oberstufen-Atlas für höhere Lehranstalten Gotha Justus Perthes 1914)

Gräfenthal liegt im tiefen Tal der Zopte, 404 Meter über dem Meer und an der Staatsbahnlinie Probstzella-Bock-Wallendorf. Die Stadt Gräfenthal hat eine evangelische Kirche, Amtsgericht, Porzellan-, Kartonnagen- und Schiefertafelfabriken, Drahtweberei und Handel mit Schieferwaren. Im Jahr 1900 leben in Gräfenthal 2351 Einwohner. In der Nähe sind bedeutende Schieferbrüche und Farberdegruben. Im Nordwesten liegt das alte Schloss Wespenstein. Gräfenthal besaß schon 1337 Stadtrechte und gehörte damals zur Grafschaft Orlamünde, von 1438–1621 den Grafen von Pappenheim.

Gräfenthal (Thüringer Wald)
Gräfenthal (Thüringer Wald)

Die Burg Gräfenthal und die darunter gelegene, planmäßig angelegte Stadt sind 1337 im Besitz der Grafen von Orlamünde bezeugt. 1426 kamen sie unter kursächsische Hoheit, 1621 an das Herzogtum Sachsen-Altenburg, 1672 an Sachsen-Gotha. 1412 standen Schultheiß und Rat, seit 1431 Bürgermeister und Rat an der Spitze der Stadt, sie hatten die Niedergerichte inne. Die Stadt war befestigt, sie lag günstig an einer von Nürnberg nach Leipzig führenden Straße und der „Kupferstraße“ von Eisleben nach Nürnberg und hatte Gewinn durch den Fuhrbetrieb.

Gräfenthal, Panorama von Süden gesehen
Gräfenthal, Panorama von Süden gesehen

Im 15. Jahrhundert bestand ein Eisenhammer, 1462 wurde eine Kupfersaigerhütte errichtet, die bis Anfang des 18. Jahrhunderts in Betrieb war. Im 17. Jahrhundert entstand eine Neustadt und ein bis 1861 betriebenes Alaun- und Vitriolwerk; eine Stahlfabrik war in der ehemaligen Kupferhütte von 1790 bis 1861 untergebracht. 1833 hatte Gräfenthal 1387 Einwohner. Seit 1898 besteht Bahnverbindung nach Probstzella, seit 1913 nach Sonneberg. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden Porzellanfabriken, zu Anfang des 20. Jahrhunderts Drahtwebereien.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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