Delmenhorst

Stadt im Großherzogtum Oldenburg

Delmenhorst 20.136 Einwohner – 1905 = 220. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Delmenhorst, Stadtansicht
Delmenhorst, Stadtansicht

 

Delmenhorst

Delmenhorst ist eine Stadt im Großherzogtum Oldenburg. Sie liegt an der Delme und ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Bremen-Neuschanz und Delmenhorst-Vechta. Die Stadt hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Synagoge, Realschule, Amt und Amtsgericht, betreibt Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei (2200 Arbeiter), Jutespinnerei und Weberei (800 Arbeiter), 3 große Linoleumfabriken (ca. 1000 Arbeiter) und Korkfabrikation. Im Jahr 1900 leben hier 16.579 Einwohner, die große Mehrheit sind Evangelische und 3944 sind Katholiken.

Delmenhorst wurde 1230 gegründet und 1247 mit einer festen Burg ausgestattet. Bald darauf kam es als bremisches Lehen an die Grafen von Oldenburg, war 1272–1417 Hauptort einer oldenburgischen Linie und fiel dann an Oldenburg zurück. Doch besetzte es 1482 der Bischof Heinrich von Münster, und erst 1547 wurde es zurückerobert. Nach dem Aussterben der oldenburgischen Grafen (1667) ging Delmenhorst an Holstein über und wurde mit Dänemark vereinigt. 1679 wurde das Schloss Delmenhorst von den Franzosen genommen und später abgebrochen. 1773 kam die Grafschaft Delmenhorst durch Tausch an die holstein-gottorpsche Linie und dadurch wieder an Oldenburg.