Waldshut

Stadt im Großherzogtum Baden, Hauptstadt des Kreises Waldshut

Waldshut 3824 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Waldshut, Partie beim Bahnhof
Waldshut, Partie beim Bahnhof

 

Waldshut

Waldshut ist eine Stadt im Großherzogtum Baden, Hauptstadt des Kreises Waldshut, der 1240 km² = 22,52 Quadartmeilen mit im Jahr 1905 = 80.652 Einwohner, davon 4549 Evangelische und 182 Juden umfasst. Der Ort ist eine der vier österreichischen Waldstädte*, liegt rechts am Rhein und 311 Meter über dem Meer, ist Knotenpunkt der badischen Staatsbahnlinie Mannheim-Konstanz und der schweizerischen Bundesbahnlinie Turgi-Waldshut. Die Stadt hat eine evangelische und 2 katholische Kirchen, ein Realprogymnasium mit Realschule, eine Gewerbeschule mit Handelsschule, eine landwirtschaftliche Winterschule, ein Bezirksamt, ein Landgericht, Seidenweberei,-Zwirnerei und -Appretur, eine Maschinenfabrik, mechanische Werkstätte, Stuhl- und Seifenfabrikation, Quarzsand-, Kalk- und Gipssteinbrüche und Bierbrauerei.

Im Jahr 1905 leben hier 3824 Einwohner, davon 695 Evangelische und 20 Juden. Waldshut wird als Luftkurort besucht. Zum Landgerichtsbezirk Waldshut gehören die sechs Amtsgerichte zu Bonndorf, Säckingen, St. Blasien, Schönau, Schopfheim und Waldshut. Waldshut, 1242 vom Grafen von Habsburg gegründet, gehörte bis 1803 zu Österreich. In Waldshut zeigten sich mit am frühesten, schon 1524, Bauernunruhen. 1856 wurde die Bahnlinie Basel-Waldshut eröffnet. Sieben Jahre später wurde die Verbindung nach Konstanz eingeweiht. Am 1. Januar 1975 wurden die beiden Städte Waldshut und Tiengen/Hochrhein mit der Gemeinde Gurtweil zur neuen Stadt Waldshut-Tiengen vereinigt.

* Die vier österreichischen Waldstädte am Rhein sind die Landstädtchen Rheinfelden, Säcklingen, Laufenburg und Waldshut, ehemals österreichische Vorposten des Schwarzwaldes.

Am 1. Januar 1975 wurden die beiden Städte Waldshut und Tiengen/Hochrhein mit der Gemeinde Gurtweil zur neuen Stadt Waldshut-Tiengen vereinigt.