S.M.S. Mainz (1909)

S.M. Kleiner Kreuzer Mainz am 28. August 1914 im Seegefecht bei Helgoland gesunken.
S.M. Kleiner Kreuzer Mainz am 28. August 1914 im Seegefecht bei Helgoland gesunken.

S.M.S. Mainz (1909), Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Mainz, Kleiner Kreuzer
S.M.S. Mainz, Kleiner Kreuzer im Sognefjord in Norwegen

S.M.S. Mainz (1909) – Angaben

Name:Mainz
Namensherkunft:Mainz, Stadt im Großherzogtum Hessen (Provinz Rheinhessen)
Stapellauf:23.01.1909 in Stettin (A. G. Vulcan)
Schiffsklasse:Kolberg-Klasse
Schwesterschiffe:S.M.S. Augsburg (1909)S.M.S. Kolberg (1908), S.M.S. Mainz (1909), S.M.S. Cöln (1909)
Besatzung:ca. 379 Mann
Maße:Länge 130 m, Breite 14 m, Tiefgang 5,0 m
Wasserverdrängung:4350 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:27,2 kn
Bewaffnung:12 Schnellfeuerkanonen Kaliber 10,5 cm,  Torpedos
Ende:Am 28. August 1914 im Gefecht gegen englische Kriegsschiffe vor Helgoland schwer beschädigt und selbst versenkt.

S.M.S. Mainz (1909) – Geschichte

Der Kleine Kreuzer der Kolberg-Klasse wurde auf der Werft A. G. Vulcan in Stettin gebaut.  Am 23. Januar 1909 vollzog der Oberbürgermeister von Mainz Dr. Göttelmann die Schiffstaufe.

Der Stapellauf des Turbinen-Kreuzers Mainz auf der Vulkan-Werft in Stettin.
Der Stapellauf des Turbinen-Kreuzers Mainz auf der Vulkan-Werft in Stettin.

Am 23. Oktober 1909 begannen die Probefahrten und das Schiff nahm während der Jahre 1910 und 1911 an den Manövern und Reisen der Hochseeflotte teil. 1911 gelang es der Besatzung den Kaiser-Schießpreis für die Kleinen Kreuzer des Verbandes zu gewinnen. In der ersten Hälfte des Jahres 1913 wurde S.M.S. Mainz auf der Werft überholt.

S.M.S. Moltke und S.M.S. Mainz in Norwegen
S.M.S. Moltke und S.M.S. Mainz in Norwegen

Im dunstigen Frühnebel des 28. August 1914 erscheinen englische Kriegsschiffe vor Helgoland und treffen auf schwache deutsche Vorpostenlinien der Torpedoboote und Sicherungskräfte, wobei das Torpedoboot „V 187“ vernichtet wurde. Wegen schlechter Sichtverhältnisse konnten die schweren Batterien auf dem Oberland der Insel nicht eingreifen.

S.M.S. Mainz im Sognefjord in Norwegen
S.M.S. Mainz im Sognefjord in Norwegen

Zur Unterstützung liefen aus Helgoland, aus der Ems, der Jade und der Elbe weitere Kleine Kreuzer aus, die den ablaufenden Engländern folgen sollten. Dabei begangen die Deutschen den verhängnisvollen Fehler und verfolgten die Engländer einzeln, anstatt im geschlossenen Verband. So standen plötzlich und völlig überraschend die riesengroßen britischen Schlachtenkreuzer vor den kleinen Schiffen der Deutschen.

S.M.S. Mainz
S.M.S. Mainz

Ein Abdrehen war unmöglich und so gingen die deutschen Kreuzer, einer nach dem anderen, mit dem Mute der Verzweiflung vor. Es sanken die Kleinen Kreuzer „Ariadne„, „Mainz“ und „Köln„. Erst auf das Auslaufen der deutschen Schlachtkreuzer, die wegen des niedrigen Wasserstandes der Jade nicht rechtzeitig zu Hilfe kommen konnten, zogen sich die Engländer zurück. Die Folge des für die Deutschen unglücklichen Gefechtes war der Befehl für eine noch stärkere Zurückhaltung der Hochseeflotte.

S.M. Kleiner Kreuzer Mainz am 28. August 1914 im Seegefecht bei Helgoland gesunken.
S.M. Kleiner Kreuzer Mainz am 28. August 1914 im Seegefecht bei Helgoland gesunken.

S.M.S. Mainz wurde im Gefecht gegen die englische Kriegsschiffe vor Helgoland am 28. August 1914 so schwer beschädigt, dass der Kommandant Wilhelm von Paschen (*03.10.1870) den Befehl zur Selbstversenkung gab. Der englische Zerstörer „Lurcher“ ging daraufhin längsseits zum sinkenden Kreuzer und nahm etliche Verwundete auf. Auch die im Wasser treibenden Seeleute wurden von den englischen Schiffen aufgenommen. 89 Besatzungsmitglieder der S.M.S. Mainz, darunter der Kommandant des Schiffes Kapitän zur See Wilhelm von Paschen, fanden im Gefecht den Tod.

A remarkable camera record of the sinking of the German cruiser mainz off Heligoland. August 28th, 1914
A remarkable camera record of the sinking of the German cruiser mainz off Heligoland. August 28th, 1914

348 Seeleute gerieten in englische Gefangenschaft, darunter auch der Sohn (Oberleutnant zur See Wolfgang von Tirpitz) des deutschen Großadmirals Alfred von Tirpitz. Der erste Lord der britischen Admiralität Sir Winston Churchill teilte daraufhin über den US-Botschafter in Berlin dem deutschen Großadmiral mit: „that his son is both safe and unwounded„.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

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