S.M.S. Falke

S.M.S. Falke (1865)

S.M.S. Falke (1865), Aviso der preußischen und Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Falke, Aviso
S.M.S. Falke, Aviso

S.M.S. Falke (1865) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Falke
Namensherkunft:Falke - Raubvogel
Stapellauf:1865 in Glasgow (Henderson, Coulborn & Co)
Schiffstyp/-klasse:Aviso, Radaviso
Schwesterschiffe:Einzelschiff
Besatzung:ca. 90 Mann
Maße:Länge 78,40 m Breite 11,70 m Tiefgang: 2,60 m
Wasserverdrängung:1230 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:15 kn
Bewaffnung:2 Ringkanonen
Ende:Am 18.11.1890 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und 1892 abgewrackt.

S.M.S. Falke (1865) – Geschichte

Am 31. Mai 1878 dampfte ein deutsches Panzergeschwader unter dem Befehl des Konteradmirals Carl Ferdinand Batsch (1831 – 1898), bestehend aus dem Flaggschiff S.M.S. König Wilhelm, der Panzerfregatte S.M.S. Großer Kurfürst, S.M.S. Preußen und dem Aviso S.M.S. Falke, durch den Englischen Kanal, um im Mittelmeer ein Manöver durchzuführen, als es während der Fahrt zum einem folgenschweren Zusammenstoß kam. Auf der Höhe von Folkestone wurde der Kurs des Geschwaders von 2 Segelschiffe gekreuzt. S.M.S. König Wilhelm und S.M.S. Großer Kurfürst mussten ausweichen und wollten grade auf ihren alten Kurs zurückgehen. Da der Steuermann auf S.M.S. König Wilhelm ein Ruderkommando seines Wachoffiziers missverstand, drehte das Schiff und rammte mit seinem Rammsporn S.M.S. Großer Kurfürst so stark, dass es nach Backbord drehte. Nachdem sich beide Schiffe wieder gelöst hatten, drang Wasser in S.M.S. Großer Kurfürst so schnell ein, dass es kurz darauf mit 269 Mann an Bord versankt. 218 Mann wurden von deutschen und englischen Schiffen gerettet.

Deutsches Geschwader 1875, v.l.n.r.: S.M.S. Falke, S.M.S. Hansa, S.M.S. Kaiser, S.M.S. Kronprinz, S.M.S. König Wilhelm
Deutsches Geschwader 1875, v.l.n.r.: S.M.S. Falke, S.M.S. Hansa, S.M.S. Kaiser, S.M.S. Kronprinz, S.M.S. König Wilhelm

Von vielen Seiten wurde Konteradmiral Batsch als Hauptschuldiger für die Katastrophe verantwortlich gemacht, weil man die Ursache des Zusammenstoßes der beiden Panzerschiffe lediglich in der von ihm befohlenen zu geringen Distanz derselben finden zu müssen glaubte, der Chef der Admiralität von Stosch verteidigte jedoch im Reichstag das Verhalten Batschs auf das lebhafteste und schob die Schuld des Unglücks ausschließlich auf die mangelhafte Ausführung der gegebenen Befehle. Trotzdem wurde Batsch wegen Nichtbeachtung der Vorschriften über die einzuhaltende Distanz für schuldig erklärt und im Juli 1879 zu sechs Monaten Festung verurteilt. Kaiser Wilhelm I. bestätigte das Urteil, begnadigte Batsch aber, nachdem er erst zwei Wochen seiner Haft auf der Festung Magdeburg verbüßt hatte, und ernannte ihn sogar unmittelbar darauf zum Departementsdirektor in der Admiralität, 1880 zum Vizeadmiral und 1881 zum Chef der Marinestation der Ostsee.

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

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