Flugpostkarte 1912

Bayerische Flugpostmarke

Bayerische Flugpost 1912 – 1914

Flugpostkarte, 1912 BAEC gestempelt
Flugpostkarte; Zur Förderung der Luftfahrt und zum Besten des Jugend-Fürsorge-Verbandes unter dem Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern.

Der Bayerische AeroClub (B.AE.C) erhielt für die Jahre 1912 – 1914 die Genehmigung zur Errichtung einer Flugpost in München und Nürnberg. Die Flugpostsachen mussten bei einem Staatspostamt eingeliefert werden und neben der halbamtlichen Flugpostmarke F1 musste eine amtliche Freimarke verwendet werden. Zur Entwertung diente ein amtlicher zwölfeckiger Sonderstempel Flugpost München oder Nürnberg.

Luftpost BAEC, 25 Pfennig

Die halbamtliche 25 Pfennig Flugpostmarke zeigt einen geflügelten Bayerischen Löwen mit den Initialen „B AE C“, gezähnt 11½, gedruckt in Bogen zu 70 Marken auf getöntem Papier von der Kunstanstalt Adelfinger in München; mit einer Auflage von 10.500 Stück, davon ca. 4000 gestempelt. Der Entwurf der Marke stammt von Prof. Otto Hupp.
Dazu gab es noch amtliche Flugpostkarten mit bildgleichem Wertstempel-Eindruck der Flugpostmarke in zwei Typen und der 5 Pfennig Freimarke Prinzregent Luitpold.

Flugpostkarte; Zur Förderung der Luftfahrt und zum Besten des Jugend-Fürsorge-Verbandes unter dem Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern.
Flugpostkarte; Zur Förderung der Luftfahrt und zum Besten des Jugend-Fürsorge-Verbandes unter dem Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern.

Am 5. Oktober 1912 startete der damals 26jährige Pilot Anton Baierlein in einem AGO-Doppeldecker der Firma Aeroplanbau Gustav Otto, München mit 5597 Luftpostkarten und -briefen zum ersten amtlich genehmigten Postbeförderungsflug nach dem ca. 15 km entfernten Militärflugplatz in der Nähe von Schloss Oberschleißheim.

Flugplatz Johannisthal, Wilhelm Kiessling auf AGO-Doppeldecker
Flugplatz Johannisthal, Wilhelm Kiessling auf AGO-Doppeldecker

Die Rückseite der Flugpostkarte zeigt ein Ereignis, das tatsächlich erst am 21. Dezember 1912 stattfand, den Hochzeitsflug. Der Gebrauchsgrafiker Walter Dietz entwarf die im Jugendstil gehaltene Darstellung: Anton Baierlein steuerte die erste „Fliegende Hochzeitskutsche“ als er seinen Arbeitgeber Gustav Otto, den Inhaber der AGO-Flugmaschinen-Werke, und dessen junge Frau über München nach Freising und wieder zurück flog.

Flugpostkarte, Hochzeitsflug 1912
Flugpostkarte, Hochzeitsflug 1912

Quellenhinweise:

  • „Michel Briefmarken-Katalog Europa 1942″, Verlag des Schwanenberger Album Leipzig
  • „Philatelie und Postgeschichte“, Nummer 96, Bonn 1.9.1987

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