Barth. Hafen mit Blick auf die Stadt.

Barth

Barth in Pommern im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Barth 7070 Einwohner – 1900 (größte Städte des Deutschen Reichs)

Barth a. d. Ostsee. Westlicher Hafen und Bollwerk.
Barth a. d. Ostsee. Westlicher Hafen und Bollwerk.

Barth in Pommern im Königreich Preußen

Pommern
Pommern

Barth ist eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Pommern, Regierungsbezirk Stralsund, Kreis Franzburg und liegt am Barther Bodden, der mit der Ostsee in Verbindung steht. Die Stadt liegt an der Staatsbahnlinie Velgast-Barth und der Franzburger Kreisbahn.

Barth a. Ostsee. Klosterstraße.
Barth a. Ostsee. Klosterstraße.

Barth hat eine schöne evangelische Kirche (die St. Marienkirche) im gotischen Stil aus dem 13. Jahrhundert, eine Navigationsschule, ein adliges Fräuleinstift, einen Hafen, ein Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, Seemannsamt, Eisengießerei und Maschinenfabrik, Schiffswerft, Dampfmühle, Zucker-, Piassavawaren-, Leder-, Fischkonserven- und Zigarrenfabrikation, Dampfsägewerke, Bierbrauerei, Schifffahrt, Getreide- und Fischhandel.

Barth. Hafen mit Blick auf die Stadt.
Barth. Hafen mit Blick auf die Stadt.

Im Jahr 1900 leben hier 7070 meist evangelische Einwohner. Die Reederei zählte 1901: 60 Seeschiffe, darunter 4 Dampfer.

Barth Geschichte

Die Hafenstadt wurde bei einer Burg der Fürsten von Rügen wohl nach 1200 regelmäßig angelegt, 1225 erscheint ein Burggraf von Barth, 1232 die Stadt (lübisches Recht) selbst in der Überlieferung. Der 1309 bezeugte Rat hatte die Niedergerichte inne, seit dem 14. Jahrhundert erwarb er einen umfangreichen Landbesitz. 1325 ging die Landesherrschaft an die Herzöge von Pommern über, 1648 an Schweden, 1815 an Preußen. Das Schloss wurde 1573 ausgebaut, es diente 171O/11 dem entthronten Polenkönig Stanislaus I. Leszczyński (1677-1766) als Wohnsitz und seit 1733 als adliges Fräuleinstift.

Barth. Osthafen.
Barth. Osthafen.

In der 1582 eingerichteten Druckerei wurde 1588 die plattdeutsche Barther Bibel gedruckt. Die seit dem späten 14. Jahrhundert ummauerte Stadt lebte von Ackerbau, Fischerei und bedeutendem Bierexport, 1831 zählte sie 3698 Einwohner. 1889 kam Bahnverbindung nach Rostock und Stralsund zustande, Kleinbahnen wurden 1895 nach Damgarten, 1910 nach Prerow gebaut. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Segelschifffahrt eine Blütezeit. Es entstanden Fabriken für Leder (1837), Fischkonserven (1870), Maschinen (1872) und Zucker (1892). Von 1863 bis 1924 bestand eine Navigationsschule.

Stadtwappen

Barth Wappen
Barth Wappen

Geteilt von Silber über Blau; oben ein unbedecktes Männerhaupt mit langem Haar und Bart,
unten drei schräggestellte silberne Fische balkenweise. Das Sekretsiegel von 1404 hatte bereits ein hersehendes Männerhaupt mit langem Haar und Bart. Es sollte offensichtlich den Stadtnamen ausdrücken, obwohl dieser mit dem deutschen Wort Bart nichts zu tun hat. Das heutige Wappenbild stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911
Reichsadler 1889-1918

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