Fürstenwalde, Rathausbogen mit Durchblick zum Markt

Fürstenwalde

Fürstenwalde im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Fürstenwalde 20.498 Einwohner – 1905 = 215. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Fürstenwalde, Markt mit neuem Rathaus
Fürstenwalde, Markt mit neuem Rathaus

Fürstenwalde in Brandenburg im Königreich Preußen

Fürstenwalde ist eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Frankfurt, Kreis Lebus, an der Spree und am Oder-Spreekanal.

Die Stadt ist Knotenpunkt Fürstenwalde der Staatsbahnlinien BerlinFrankfurt und Frankfurt-Sommerfeld. Fürstenwalde hat eine schöne evangelische, eine altlutherische und eine katholische Kirche, ein Denkmal des Kaiser Wilhelm I., Kaiser Friedrich III. und Bismarcks, sowie Kanalhafen, Gymnasium, Trinkerheilanstalt und Amtsgericht.

Fürstenwalde, Neuer Hafen
Fürstenwalde, Neuer Hafen

Den Handel in Fürstenwalde unterstützt eine Nebenstelle der Reichsbank. In der Stadt gibt es eine bedeutende Bierbrauerei und Mälzerei, Stärke- und Holzessigfabrikation, eine Fabrik für Anfertigung von elektrischen Lampen und Gasbeleuchtungsgegenständen (I. Pintsch mit 1600 Arbeitern), Eisengießerei, Wollspinnerei, Pulsometer-, Ofen- und Glasurfabrikation, königliche Mühlen, Ziegel- und Kalkbrennerei.

Fürstenwalde, Kaiserplatz, Städtisches Gymnasium, Kaserne
Fürstenwalde, Kaiserplatz, Städtisches Gymnasium, Kaserne

Im Jahr 1900 leben in Fürstenwalde mit der Garnison (ein Regiment Ulanen Nr. 3) 16.765 Einwohner. Der Großteil sind Evangelische, 623 sind Katholiken und 122 Juden. Dabei die Kolonie Fürstenwalde mit 2200 Einwohner und 6 km südlich die Rauenschen Berge. Im Jahr 1905 leben in Fürstenwalde 20.498 Einwohner.

Fürstenwalde, Waldschänke, Bergschlösschen, Forsthaus Miegel
Fürstenwalde, Waldschänke, Bergschlösschen, Forsthaus Miegel

Seit 1385 war Fürstenwalde Sitz der Bischöfe von Lebus, deren Bistum 1598 dem Kurfürstentum Brandenburg einverleibt wurde. Durch den Vertrag von Fürstenwalde, abgeschlossen am 15. August 1373, verzichteten die bayrischen Fürsten, Markgraf Otto und Herzog Friedrich, zugunsten Kaiser Karls IV. auf Brandenburg, wogegen dieser 500.000 Goldgulden bezahlte und an Otto einige Besitzungen in der Oberpfalz abtrat. 1633 wurde Fürstenwalde durch Wallensteins Truppen eingeäschert.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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