Kaiserslautern

Bezirksstadt im Königreich Bayern, Rheinpfalz

Kaiserslautern 52.302 Einwohner – 1905 = 80. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Kaiserslautern, Fackelrondell
Kaiserslautern, Fackelrondell

 

Kaiserslautern (Lautern)

Kaiserslautern (Lautern) ist eine Bezirksstadt im Königreich Bayern, Rheinpfalz, liegt an der Waldlauter und 236 Meter über dem Meer. Sie hat 3 evangelische Kirchen (darunter die Stiftskirche mit dem Unionsdenkmal), 2 katholische Kirchen (darunter die neue Marienkirche), eine Methodistenkirche und eine Synagoge.
Die Stadt besitzt eine große Fruchthalle mit imposantem Festsaal und ein Bronzestandbild Bismarcks. Im Jahr 1900 leben hier 48.310 Einwohner, die überwiegende Mehrheit sind Evangelische, 17.693 sind Katholiken und 741 Juden. Zum Landgerichtsbezirk Kaiserslautern gehören die 9 Amtsgerichte zu Kaiserslautern, Kirchheimbolanden, Kusel, Lauterecken, Obermoschel, Otterberg, Rockenhausen, Winnweiler und Wolfstein.

Die Industrie ist bedeutend. Kaiserslautern besitzt eine Kammgarnspinnerei mit 119.000 Spindeln und 1650 Arbeitern, eine Baumwollspinnerei und-Weberei (Lampertsmühle) mit 1200, ein Eisenwerk für Heiz- und Brückenanlagen mit 620 Arbeitern, ein Eisen- und Stahlwerk, eine Nähmaschinenfabrik mit 1200 und eine Nähmaschinen- und Fahrradfabrik mit 700 Arbeitern, Fabrikation von Möbeln, Holzwaren, Maschinen, Schuhschäften, Schuhen, Zigarren, künstlichem Dünger, Kesseln, Beleuchtungskörpern, Verbandstoffen, Kassenschränken, Geschäftsbüchern, Metallkränzen und Blechblumen etc.; ferner eine Eisenbahnwerkstätte, Glockengießerei, Bierbrauerei, ein Elektrizitätswerk, Sandsteinbrüche, Sägewerke und Ziegelbrennerei. Den Handel unterstützen ein Bezirksgremium, eine Nebenstelle der Reichsbank, eine Filiale der Bayrischen Notenbank, der Rheinischen Kreditbank, der Pfälzer Bank und andere Bankinstitute.
Mit drei Bahnhöfen ist die Stadt Knotenpunkt der Linien Neunkirchen-Worms, Kaiserslautern-Enkenbach und Kaiserslautern-Lauterecken der Pfälzischen Eisenbahn. An Unterrichts- und anderen öffentlichen Anstalten befinden sich dort ein Gymnasium, eine Kreisrealschule mit mechanischer Lehrwerkstätte, Industrieschule, Ackerbauschule, Baugewerkschule mit Gewerbemuseum, ein Schullehrerseminar mit Präparandenanstalt, ein reichdotiertes Hospital und ein Landeszuchthaus. Von Behörden haben in Kaiserslautern ihren Sitz ein Landgericht, ein Hauptzollamt und 3 Forstämter; die städtischen Behörden zählen 27 Mitglieder.

Schon in karolingischer Zeit war Kaiserslautern ein Königshof. Seinen Namen empfing es, nachdem Kaiser Friedrich I. 1152 dort ein Schloss bauen ließ. Bereits 1252 erscheint Kaiserslautern als Reichsstadt und erhielt 1276 von Rudolf von Habsburg dieselben Rechte wie Speyer, verlor jedoch 1357 die Reichsunmittelbarkeit und kam, zunächst als Pfand, an die Pfalz. 1621 wurde Kaiserslautern von den Spaniern, 1631 von den Schweden und 1635 von den Kaiserlichen erobert. Am 24. Juni 1713 nahmen es im Spanischen Erbfolgekrieg die Franzosen unter Dillon, wobei das Schloss Barbarossas (an der Stelle des jetzigen Zuchthauses) zerstört wurde. In der Schlacht vom 29. und 30. November 1793 wurden die Franzosen unter Hoche von den Preußen unter dem Herzog von Braunschweig zurückgeschlagen; ebenso siegten diese unter Möllendorf am 23. Mai und unter Hohenlohe-Ingelfingen am 20. September 1794. Im Jahr 1849 war Kaiserslautern der Mittelpunkt des pfälzischen Aufstandes.

 

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