Zeulenroda

Stadt im Fürstentum Reuß ä. L.

Zeulenroda 9776 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Zeulenroda , Schopper-Straße
Zeulenroda , Schopper-Straße

Zeulenroda

Zeulenroda ist eine Stadt im Fürstentum Reuß ä. L., liegt an der sächsischen Staatsbahnlinie Werdau-Mehltheuer und 412–433 Meter über dem Meer.

Sie hat 2 evangelische Kirchen, ein Rathaus, ein Denkmal Kaiser Wilhelms I., eine Realschule mit Progymnasium, Museum und Amtsgericht. Im Jahr 1905 leben hier 9776 Einwohner, der Großteil sind Evangelische und 115 sind Katholiken.

Die Industrie erstreckt sich auf Strumpf- und Gummiwaren-, Bandagen, Lampen-, Kunstmöbel-, Maschinen-, Seifen-, Zement- und Wurstwarenfabrikation, Eisengießerei, Woll- und Baumwollweberei, Stickerei und Strickerei, Bierbrauerei und Dampfziegeleien.

Das wohl um die Mitte des 13. Jahrhundert entstandene Waldhufendorf stand 1325 den Vögten von Gera zu. An einer Kreuzung bedeutender Fernstraßen entwickelte sich das Dorf so stark, dass ihm 1438 Markt- und Stadtrechte verliehen wurden. 1500 kam die Stadt an das Haus Reuß ältere Linie. Die nach dem Dreißigjährigem Krieg aufkommende Zeugweberei und die um 1700 Fuß fassende Strumpfwirkerei machten Zeulenroda zu einer Stadt der Textilfertigung. Seit 1883 besteht Bahnverbindung nach Weida und Mehltheuer.