S.M.S. König

S.M.S. König (1913)

S.M.S. König (1913), Linienschiff der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. König, Linienschiff
S.M.S. König, Linienschiff

S.M.S. König (1913) – Angaben

Name:König
Namensherkunft:Zu Ehren der württembergischen Herrscher.
Stapellauf:01.03.1913 in Wilhelmshaven (Kaiserliche Werft Wilhelmshaven)
Schiffsklasse:König-Klasse
Schwesterschiffe:S.M.S. Kronprinz (1914), S.M.S. König (1913), S.M.S. Großer Kurfürst (1913), S.M.S. Markgraf (1913)
Besatzung:ca. 1130 Mann
Maße:Länge 174,7 m, Breite 29,5 m, Tiefgang 8,3 m
Wasserverdrängung:25.800 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:20,5 kn
Bewaffnung:10 Schnellfeuerkanonen Kaliber 30,5 cm, 14 Schnellfeuerkanonen Kaliber 14,4 cm, 10 Schnellfeuerkanonen Kaliber 8,8 cm, Flak und Torpedos
Ende:Am 21.06.1919 in Scapa Flow selbst versenkt.

S.M.S. König (1913) – Geschichte

Als erstes Schiff der neuen König-Klasse lief am 1. März 1914 S.M.S. König auf der Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven vom Stapel. Die Schiffstaufe vollzog der württembergische Thronfolger, Herzog Albrecht, da das Linienschiff zu Ehren der monarchistischen Würde der württembergischen Herrscher benannt wurde.

S.M.S. König
S.M.S. König

Am 9. August 1914 wurde S.M.S. König als Flaggschiff des III. Geschwaders in Dienst gestellt. Am 7. Dezember wurde das Linienschiff von S.M.S. Großer Kurfürst Steuerbord achtern gerammt, als es auf Schilling-Rede fest saß. Am 24. Januar 1915 stieg der Chef des III. Geschwaders, Vizeadmiral Scherr mit seinem Stab auf S.M.S. König über; bis Kriegsende 1918 begann damit der Dienst als Geschwaderflaggschiff.

S.M.S. König
S.M.S. König

Nach mehreren Flottenvorstößen in die Nordsee nahm S.M.S. König vom 31. Mai bis 1. Juni 1916 an der Seeschlacht vor dem Skagerrak teil. S.M.S. König eröffnet 17:46 Uhr das Feuer anfänglich auf H.M.S. Lion, danach auf H.M.S. Tiger, später auf H.M.S. Barham. Nach einem schweren Treffen um 19:32 legt sich das Schiff vorübergehend nach Backbord über. Kurz danach verwunden Sprengstücke Konteradmiral Paul Behncke, den Chef des III. Geschwaders (an Bord von S.M.S. König 1/16 bis 8/18).

S.M.S. König
S.M.S. König

Um 20:05 Uhr nimmt S.M.S. König Einheiten des britischen II. Leichten Kreuzergeschwaders unter Feuer und kommt dabei selbst unter schweren Beschuss der britischen 6. Schlachtschiffdivision. Am 1. Juni kommt es auf dem Marsch der Hochseeflotte nach Süden um 02:47 Uhr zu einem Gefecht mit britischen Zerstörern. Um 16:30 Uhr erreichte das Schiff den Liegeplatz der Werft. S.M.S. König hat 10 schwere und 5 bis 6 mittlere Treffer erhalten. Dabei wurden 1 Offizier und 44 Mann getötet, sowie 27 Besatzungsmitglieder verwundet.

Die Besatzung S.M.S. König nach der Seeschlacht am 31.05.1916 vor dem Skagerrak im Heimathafen.
Die Besatzung S.M.S. König nach der Seeschlacht am 31.05.1916 vor dem Skagerrak im Heimathafen.

Nach der Reparatur in Kiel war das Schiff am 26. Juli 1916 wieder einsatzfähig. Nach einer Übung in der Ostsee übernahm S.M.S. König den Sicherungs- und Bereitschaftsdienst in der Nordsee. Im September 1917 nahm das Linienschiff an der Eroberungen der Baltischen Inseln in der Ostsee teil. Hier trafen am 17. Oktober S.M.S. König und S.M.S. Kronprinz südöstlich des Moonsundes auf zwei russische Zerstörer. Im anschließenden Feuergefecht wurde das russische Linienschiff Slava schwer getroffen und musste von den Russen selbst versenkt werden. Auch wurden die Batterien Werder und Woi vernichtet und eine Landungsabteilung besetzte die Insel Schildau.

S.M.S. König
S.M.S. König

Nach der Rückkehr in die Nordsee versah das Schiff seinen Einsatz weitgehend in der Sicherung von Minensuchverbänden. Am 30. Oktober 1918 begann auf mehreren Schiffen, darunter auch auf S.M.S. König, der Widerstand gegen einen beabsichtigten Einsatz der Flotte. Das III. Geschwader wurde nach Kiel entlassen, wo am 4. November 1918 der Aufstand ausbrach. Als meuternde Matrosen versuchten die Kriegsflagge des Schiffes zu entfernen, wurde der Kommandant Kapitän zur See Karl Weniger mehrfach verwundet, sowie der Erste Offizier Korvettenkapitän Bruno Heinemann und der Adjutant Leutnant zur See Wolfgang Zenker am 5. November 1918 erschossen.

S.M.S. König
S.M.S. König

„König“ gehörte zu den Schiffen der Hochseeflotte die nach den Bestimmungen des Waffenstillstandsbedingungen zur Internierung nach Großbritannien ausgeliefert werden mussten. Am 19. November 1918 bricht die Hochseeflotte in einer fünfzig Kilometer langen Kolonne von Wilhelmshaven zu ihrer letzten Fahrt auf. Über 70 Linienschiffe, Kreuzer und Torpedoboote erfüllen eine Bedingung des Waffenstillstandsvertrags zwischen den Siegermächten und dem Deutschen Reich. Darin wird die Auslieferung aller deutschen U-Boote und die Internierung der modernsten Überwassereinheiten verlangt. Die Schiffe sind vollständig abgerüstet worden. Am 21. Juni 1919 versenken sich die in Scapa Flow internierten 10 Linienschiffe, 5 Große Kreuzer, 5 Kleine Kreuzer sowie 45 Torpedoboote selbst.

S.M.S. König
S.M.S. König

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz
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