S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte

S.M.S. Friedrich der Große (1874)

S.M.S. Friedrich der Große (1874), Panzerfregatte der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte
S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte

S.M.S. Friedrich der Große (1874) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Friedrich der Große
Namensherkunft:Friedrich der Große, Friedrich II. von Preußen, auch der "Alte Fritz" genannt (1712 - 1786)
Stapellauf:20.09.1874 in  Kiel  ( Kaiserliche Werft Kiel )
Schwesterschiffe:Panzerfregatten:  S.M.S. Friedrich der Große  (1),  S.M.S. Preußen  (1) ,  S.M.S. Großer Kurfürst  (1)
Typschiff:Preußen
Besatzung:ca. 542 Mann
Maße:Länge 93,6 m - Breite 16,3 m - Tiefgang: 7,2 m
Wasserverdrängung:6820 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:12 kn
Bewaffnung:4 Kanonen Kaliber 26 cm, 2 Kanonen Kaliber 17 cm
Ende:1920 abgewrackt

S.M.S. Friedrich der Große (1874) – Geschichte

Nach dem Deutschen Krieg von 1866 kommt es zur Errichtung des Norddeutschen Bundes und damit zur Schaffung der Norddeutschen Bundesmarine: Auch die preußischen Kriegsschiffe führen die neue Bundeskriegsflagge. Die Marine soll jetzt nicht nur dem Schutz der Schifffahrt und der Küste dienen, sondern auch im Bedarfsfalle das offensive Vergehen gegen feindliche Kräfte, Küsten und Häfen ermöglichen. Kriegsminister Albrecht Graf von Roon arbeitet einen Flottengründungsplan aus, nachdem in den nächsten zehn Jahren: 10 Panzerschiffe, 20 Korvetten, 22 Küstenverteidigungsfahrzeuge, 8 Avisos, 3 Transportschiffe und 7 Schulschiffe gebaut werden sollen.

S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte
S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte

Der Reichstag bewilligt diesen Plan zwar, jedoch ist die deutsche Schiffbauindustrie und ungenügend entwickelt. Man benötig Musterschiffe und kauft daher im Ausland geeignete Fahrzeuge: in Frankreich die Panzerfregatte S.M.S. Friedrich Carl (6800 t und 16 Geschütze), in England S.M.S. Kronprinz (5600 t und 16 Geschütze) und S.M.S. König Wilhelm (9800 t und 23 Geschütze) – in seiner Zeit ein Gigant und das damals stärkste Schiff, ursprünglich wurde es von den Türken bestellt, dann aber von diesen nicht abgenommen. Es hatte seine 24-cm-Kruppsche-Mantelringkanonen in langer Batterie und im Bug aufgestellt und machte mit seiner immer noch üblichen Segeltakelage, dem massiven Rammsporn und Gürtelpanzer einen imposanten Eindruck.

S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte
S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte

Der Bau der Panzerschiffe der Preußen-Klasse (S.M.S. Friedrich der Große, S.M.S. Preußen, S.M.S. Großer Kurfürst) erfolgte nach dem 1. Amtsentwurf von 1868. S.M.S. Friedrich der Große wurde von der Kaiserlichen Werft Kiel gebaut. Der Schiffstyp war eine Quer- und Längsspant-Eisenbau mit einem Panzer aus Schmiedeeisen auf Teakholz. Angetrieben wurde es von einer liegenden, dreizylindrigen Einfachexpansionsmaschinen von A.G. Vulcan Stettin bzw. F.A. Egells aus Berlin. Zur Erzeugung elektrischer Energie verfügte das Schiff über 3 Dynamos mit 65 Volt 30 kW. Obwohl sich der deutsche Kriegsschiffbau erst in den Anfängen befand, erwiesen sich die neuen Schiffe der Preußen-Klasse als ziemlich gute Seeschiffe mit angenehmen Bewegungen, die gut drehten und sehr gut zu manövrieren waren. Unter Segel waren sie jedoch langsam.

S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte
S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte

Infolge des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 hatte sich der Bau des Schiffes mehrmals verzögert. Kaiser Wilhelm I. taufte am 20. September 1874 das Schiff persönlich auf den Namen „Friedrich der Große“. 1878 wurde das Schiff dem neuen deutschen Panzerübungsgeschwader unter dem Befehl des Konteradmirals Carl Ferdinand Batsch zugeteilt und sollte zusammen mit S.M.S. König Wilhelm, S.M.S. Preußen und S.M.S. Großer Kurfürst nach dem Mittelmeer gehen. Anschließend nahm es an verschiedenen Manövern in Nord- und Ostsee teil.

S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte
S.M.S. Friedrich der Große, Panzerfregatte

Im Sommer 1889 unternahm die Panzerfregatte eine Reise in das Mittelmeer, besuchte u.a. Griechenland, wo Vertreter des Deutschen Reiches an der Vermählung der Schwester Kaiser Wilhelms II., Prinzessin Sophie, mit König Konstantin teilnahmen.

1906 wurde das Schiff außer Dienst gestellt und diente bis 1920 als Hafenschiff und Hulk.

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

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