Iserlohn

Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg

Iserlohn 29.594 Einwohner – 1905 = 138. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Iserlohn
Iserlohn

Iserlohn

Iserlohn ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Vorort des Sauerlandes, liegt an der Staatsbahnlinie Letmathe-Fröndenberg, am Flüsschen Baar und 246 Meter über dem Meer. Die Stad hat eine katholische und 3 evangelische Kirchen, eine Synagoge, ein Kriegerdenkmal mit dem Erzstandbild Kaiser Wilhelms I., Realgymnasium nebst Realschule, Fachschule für Metallindustrie, 2 Waisenhäuser, Amtsgericht, Hauptsteueramt.

Im Jahr 1900 leben hier 27.265 Einwohner, die Mehrheit sind Evangelische, 9324 sind Katholiken und 291 Juden. Die bedeutende Industrie besteht in Fabrikation von Metallwaren der verschiedensten Art, wie Näh-, Strick- und Haarnadeln, Fischangeln, Regenschirmgestelle, Möbel-, Reit- und Fahrgeschirr- und Wagenbeschläge, Schiffsgarnituren, Koffer, Reiseeffekten, Möbel, Kaffee- und Gewürzmühlen, Schlösser, chemische Produkte etc., in Kettenschmiederei, Drahtzieherei und Maschinenbau, Herstellung von elektrischen Kabeln u. dgl. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter beträgt 5000, der Wert aller Erzeugnisse etwa 50 Millionen Mark jährlich. Nicht unbedeutend ist auch der Bergbau auf Galmei und Blende im Tiefbau „Hövel“, in dem das Zusammenstürzen alter Schächte (so 1874) einen Teil der Stadt gefährdet. Der Handel, unterstützt durch eine Handelskammer und eine Nebenstelle der Reichsbank, ist bedeutend und geht nach allen Weltteilen. Den Verkehr in der Stadt und mit der Umgegend vermittelt eine elektrische Straßenbahn.

Iserlohn entwickelte sich seit dem 15. Jahrhundert zu einem Fabrikort. Der Galmeibergbau (Zinkerze) nahm 1751, die Messingfabrikation seit Anfang des 19. Jahrhundert einen besonderen Aufschwung. In der Nähe steht auf einem Felsen ein kolossales eisernes Kreuz zum Andenken an die Befreiungskriege. Unweit der Stadt befindet sich die Dechenhöhle.