Remscheid

Remscheid, Total vom Bismarckturm gesehen
Remscheid, Total vom Bismarckturm gesehen

Remscheid im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Remscheid 64.341 Einwohner – 1905 = 60. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Remscheid, Bismarckstraße
Remscheid, Bismarckstraße

Remscheid in der Provinz Rheinland im Königreich Preußen

Remscheid ist eine Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen, Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Düsseldorf.

Landkarte Rheinland
Landkarte Rheinland

Remscheid liegt überwiegend auf dem Plateau des Holscheidberges und 341 Meter über dem Meer. Die Stadt Remscheid besitzt 6 Bahnhöfen (Remscheid, Remscheid-Bliedinghausen, Remscheid-Güldenwerth, Remscheid-Stachelhaufen, Remscheid-Vieringhausen und Remscheid-Hasten), ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Lennep-Remscheid-Hasten, Remscheid-Bliedinghausen und Remscheid-Solingen sowie der Kleinbahnlinie Wermelskirchen-Burg.

Remscheid, Markt
Remscheid, Markt

Remscheid hat 3 evangelische und eine katholische Kirche, unter ersteren die neue Lutherkirche im gotischen Stil und einen schönen Stadtpark mit Festhalle und Bismarckturm. Im Jahr 1905 leben hier 64.340 Einwohner, davon 53.522 Evangelische, 10.356 Katholiken und 130 Juden. Die sehr bedeutende Industrie in Remscheid beschränkt sich fast ausschließlich auf Fabrikation von Kleineisen- und Stahlwaren, die in ca. 1100 Betrieben hergestellt werden.

Remscheid, Markt, Blick von der Alleestraße
Remscheid, Markt, Blick von der Alleestraße

Die größten Werke sind die Bergische Stahlindustrie-Aktiengesellschaft (1500 Arbeiter) und das Alexanderwerk (1200 Arbeiter). Außerdem ist zu nennen das Deutsch-Österreichische Mannesmann-Röhrenwalzwerk (400 Arbeiter). Der bedeutende Handel in Eisen- und Stahlwaren (382 Exportgeschäfte) wird unterstützt durch eine Reichsbankstelle (Umsatz 1905: 570,7 Millionen Mark), durch die Remscheider Bank und andere Geldinstitute.

Remscheid, Bismarckstraße
Remscheid, Bismarckstraße

Dem Verkehr in der Stadt Remscheid dient eine elektrische Straßenbahn. Remscheid hat ein Realgymnasium mit Realschule, eine Fachschule für Kleineisen- und Stahlwarenindustrie, ein Waisenhaus, eine Wohlfahrtsstelle für Lungenkranke und ist Sitz eines Amtsgerichts. Die städtischen Behörden in Remscheid zählen 6 Magistratsmitglieder und 30 Stadtverordnete. Unter den zahlreichen Orten, die mit Remscheid eine Stadtgemeinde bilden (84 Wohnplätze), sind Bliedinghausen, Ehringhausen, Hasten und Vieringhausen nennenswert.

Remscheid, Rathaus
Remscheid, Rathaus

In der Nähe und zur Stadt Remscheid gehörig ist eine große Talsperre im Eschbachtal sowie die großartige Kaiser Wilhelm-Brücke über die Wupper (bei Müngsten). Remscheid ist um 1217 entstanden, die Industrie ist vornehmlich im 16. Jahrhundert durch eingewanderte Hugenotten begründet. Stadt wurde es erst im 19. Jahrhundert und 1888 Stadtkreis.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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