Hohensalza, Katholische Kirchen

Inowrazlaw, seit 1904 Hohensalza

Inowrazlaw, seit 1904 Hohensalza im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Inowrazlaw/Hohensalza 24.551 Einwohner – 1905 = 170. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Hohensalza, Friedrichstraße
Hohensalza, Friedrichstraße

Inowrazlaw, seit 1904 Hohensalza in Posen im Königreich Preußen

Inowrazlaw, seit 1904 Hohensalza ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Regierungsbezirk Bromberg, auf einer Anhöhe in der fruchtbarsten Gegend der Provinz Posen (Kujavien) und 89 Meter über dem Meer.

Die Stadt ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Posen-Schönsee, Rogasen-Inowrazlaw/Hohensalza, Inowrazlaw/Hohensalza-Bromberg und Inowrazlaw/Hohensalza-Kruschwitz. Inowrazlaw/Hohensalza hat eine katholische und eine evangelische Kirche, Kirchenruine (Marienkirche, Ende des 11. Jahrhunderts erbaut), Synagoge, Gymnasium, Amtsgericht, Hauptzollamt,

Inowrazlaw, Mehrfachansicht
Inowrazlaw, Mehrfachansicht

Nebenstelle der Reichsbank, Steinsalzwerk (mit einer jährlichen Produktion von ½ Million Doppelzentner Rohsalz), ein Solbad mit Kurhaus, Kinderheilanstalt, Wasserheilanstalt, eine königliche Saline, eine bedeutende chemische Fabrik, eine große Dampfmühle, eine Zichorienfabrik, ein Holzsägewerk, drei Maschinenfabriken, Dampfziegeleien, Dampfbrotbäckerei, Vieh- und Luxuspferdemärkte.

Hohensalza, Solbad
Hohensalza, Solbad

Im Jahr 1900 leben in Inowrazlaw mit der Garnison (ein Infanterieregiment Nr. 140 und eine Abteilung Feldartillerie Nr. 53) 26.141 Einwohner, die überwiegende Mehrheit sind Katholiken, 8830 sind Evangelische und 1389 Juden. Inowrazlaw wird zuerst 1185 urkundlich erwähnt (Novum Wladislaw), erhielt 1240 das Magdeburger Recht und kam 1772 an Preußen. Der Name ist die polonisierte Form des deutschen Ortsnamens „Jungbreslau“ und wurde 1904 durch den neuen deutschen Ortsnamen Hohensalza ersetzt.

Hohensalza, Friedrichstraße
Hohensalza, Friedrichstraße

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) bestimmte der Versailler Vertrag 1919 die Abtretung der Provinzen Posen und Westpreußen an Polen. Nur kleine Teile der Provinzen verblieben bei Deutschland. Diese wurde als Grenzmark Posen-Westpreußen zusammengefasst und Schneidemühl die neue Provinzhauptstadt. Hohensalza kam an Polen und wurde wieder in Inowrazlaw umbenannt.

Hohensalza, Kaiserliches Postamt
Hohensalza, Kaiserliches Postamt

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945) besetzte die Wehrmacht Polen und die Stadt bekam ihren deutschen Namen Hohensalza wieder zurück. Im Januar 1945 eroberte die Rote Armee Hohensalza und die Stadt wurde wieder unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen nennen die Stadt nun wieder Inowrocław.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911
  • „Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit“ von Heinz Nawratil, Universitas 2007

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Gnesen

 

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